Säureangriffe in Wien: Neue Masche der Einbrecher erschüttert Favoriten
In den letzten Tagen hat sich in Wien, besonders in Favoriten, eine besorgniserregende Serie von Wohnungseinbrüchen ereignet. Vom 17. bis 22. Juli kam es gleich zu fünf Vorfällen, bei denen die Täter eine besonders perfide Methode anwendeten: Sie nutzen ätzende Säure, um sich Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen. Ja, ihr habt richtig gehört! Die Polizei ist alarmiert und warnt die Bevölkerung eindringlich vor dieser neuen Gefahr.
Das Landeskriminalamt Wien verfolgt diese miesen Machenschaften bereits seit Februar dieses Jahres. In der Zeit zwischen Februar und April wurden acht ähnliche Einbrüche in den Bezirken Landstraße, Wieden, Favoriten und Meidling registriert. Es ist fast schon unheimlich, wie schnell solche Kriminalität zunimmt. Im Juni kamen dann zwei weitere Fälle in Margareten und Döbling hinzu, die vermutlich derselben Tätergruppe zuzuordnen sind. Die Ermittler arbeiten fieberhaft daran, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Worauf sollte man achten?
Die Polizei hat eine klare Warnung ausgesprochen: Achten Sie auf Beschädigungen an Wohnungstürschlössern und auf verdächtige Flüssigkeiten, die möglicherweise Salpetersäure enthalten. Diese Substanz ist extrem ätzend und kann bei Kontakt ernsthafte Schäden verursachen. Sollten Sie mit dieser Flüssigkeit in Berührung kommen, ist es wichtig, sofort mit klarem Wasser zu neutralisieren – aber keine Seife oder andere Zusätze verwenden. Im Zweifelsfall sollten Sie umgehend den Polizeinotruf 133 wählen.
Die Statistiken zeigen, dass Wien im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten keine Einbruchshochburg ist. Dennoch ist es ein Trugschluss zu denken, „mir passiert das schon nicht“. Besonders die Bezirke mit den meisten Einbrüchen und den häufigsten Einstiegsmethoden geben Hinweise für effektiven Einbruchschutz. Die Innenstadtlagen (1. bis 9. Bezirk) sind in der Regel sicherer als ruhige Einfamilienhausviertel. Trotzdem gibt es in Wien immer wieder Einbruchsserien, oft organisiert von Banden oder Gelegenheitsdieben, die gezielt in bestimmten Bezirken zuschlagen.
Statistische Einblicke
Ein Blick auf die Einbruchsstatistik zeigt: Seit 2010 sinkt die Zahl der Wohnungs- und Hauseinbrüche in Österreich, ein erfreulicher Trend. Allerdings gab es in den Jahren 2020 bis 2022 pandemiebedingt einen Rückgang. Seit 2023 ist eine leichte Zunahme der Einbruchszahlen zu verzeichnen, jedoch liegt sie noch unter dem Niveau der 2010er Jahre. Interessanterweise geschehen die meisten Einbrüche in Wien am späten Nachmittag zwischen 16 und 20 Uhr.
Die häufigsten Einstiegsmethoden umfassen das Aufhebeln der Wohnungstür (was bei schlecht gesicherten Türen in weniger als einer Minute gelingt) und den Ziehangriff auf den Zylinder. Auch gekippte Fenster sind ein beliebtes Ziel für Einbrecher. Ein paar praktische Regeln zur Verbesserung der Sicherheit könnten hier helfen: Investieren Sie in Sicherheitszylinder mit Ziehschutz (Kosten: 100-250 Euro) und verstärken Sie Ihre Fenster mit entsprechenden Sicherungen. Denken Sie auch an Ihre Urlaubsorganisation – lassen Sie die Post abholen, setzen Sie Jalousien mit Zeitschaltuhren ein und informieren Sie Nachbarn über Ihre Abwesenheit.
Die Lebensrealität ist: Statistisch gesehen hat ein Haushalt etwa ein Risiko von 5 bis 10 Prozent, Opfer eines Einbruchs zu werden. Das ist kein Grund zur Panik, aber auch kein Grund zur Sorglosigkeit. Bleiben Sie wachsam und schützen Sie Ihr Zuhause!
