In der Donaustadt, wo die Donau sich sanft schlängelt, gibt es Grund zur Freude. Unter dem Artenschutzprojekt „LIFE-Boat4Sturgeon“ hat sich ein kleiner, aber feiner Erfolg eingestellt: Erstmals wurden Sternhausen auf der schwimmenden Aufzuchtstation bei der Wiener Donauinsel nachgezüchtet. Ja, richtig gehört! Die Jungfische, die im April und Mai schlüpften, sind ein Lichtblick für die bedrohten Störarten der Donau. Bisher hat das Projekt bereits drei von vier Störarten erfolgreich nachgezüchtet, und das ist wirklich etwas, worauf wir stolz sein können.

Die Aufzuchtstation, die sich auf der MS Negrelli befindet, ist verankert nahe der U-Bahn-Station Donauinsel – was für eine geniale Lage! Rund 300.000 Sterlete wurden seit Projektbeginn in die Donau ausgesetzt. Das Ziel? Bis 2030 den Erhalt der letzten in der Donau vorkommenden Störarten sicherzustellen. Eine echte Mammutaufgabe, wenn man bedenkt, dass die Störe früher Wanderungen von über 2.000 Kilometern zurücklegten. Heute sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Staudämme und Überfischung haben die Routen stark eingeschränkt.

Ein Lichtblick für die Natur

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die anspruchsvolle Nachzucht des Sternhausen. Hierbei ist Geduld gefragt, denn die weiblichen Tiere legen nur alle zwei bis vier Jahre Eier. Aber das Team gibt nicht auf! Die Jungfische sollen im Herbst in geeignete Donauabschnitte ausgewildert werden. Und das ist noch nicht alles: Im Jahr 2024 wurden über 242.000 junge Sterlets in die österreichische Donau und Nebenflüsse sowie die Mittlere Donau unterhalb des Kraftwerks Gabčíkovo in Ungarn ausgesetzt. Insgesamt wurden seit Projektbeginn 500.000 Sterlets freigelassen – mehr als ein Drittel der angestrebten 700.000 Auswilderungen bis 2030. Rekordzahlen, wenn man so will!

Ein aufregender Sensationsfund kam dann im Herbst 2024 ans Licht: Zwölf junge Sterlets wurden in freier Wildbahn gefangen. Könnten sie von den im Frühjahr 2024 ausgewilderten Larven stammen? Das wird derzeit mit einer genetischen Analyse überprüft. Das könnte die erste dokumentierte natürliche Reproduktion von Sterlets in Niederösterreich und Wien seit über 40 Jahren sein. Projektleiter Thomas Friedrich hebt die Bedeutung dieses Fundes für die natürliche Fortpflanzung der Störe hervor – und das zu Recht!

Ein gemeinsames Projekt für die Zukunft

Das Projekt „LIFE-Boat4Sturgeon“ hat sich nicht nur dem Erhalt der letzten vier Störarten der Donau verschrieben, sondern engagiert sich auch für die Verbesserung der Lebensräume dieser faszinierenden Tiere. Dabei werden moderne Techniken wie Farbmarkierungen und PIT-Tags eingesetzt, um die Populationen zu dokumentieren. Und die regelmäßigen Monitorings seit 2018 zeigen, dass das Team am Puls der Zeit ist. Unterstützung kommt auch von höchster Stelle: Wasserminister Norbert Totschnig hat sich für die Erhaltung und Neuan­siedlung ausgestorbener Störarten stark gemacht, was für eine positive Entwicklung spricht.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Doch trotz aller Fortschritte bleibt ein Schatten über den Donaustören: Wilderei und andere Bedrohungen setzen den letzten „Dinosauriern“ der Donau zu. Der WWF warnt eindringlich vor dem Aussterben dieser beeindruckenden Geschöpfe. Es braucht mehr denn je eine breite Unterstützung für den Artenschutz – für die Störe und die gesamte Wasserwelt. Wir sind gefordert, diese wertvollen Lebensräume zu schützen, nicht nur für die Tiere, sondern auch für uns Menschen.