Heute ist der 2.07.2026 und Wien blickt gespannt auf ein aufregendes Projekt, das sich gerade in Graz zusammenbraut. Das Geothermieprojekt „Tiefenkraft“, ein Joint Venture zwischen OMV und Energie Steiermark, hat den nächsten großen Schritt getan. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und die ersten Erkundungsbohrungen in St. Marein sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Man muss sich das mal vorstellen: Da wird in 4,5 Kilometern Tiefe nach heißem Wasser gegraben! Das Ganze hat ein gewaltiges Projektvolumen von rund 500 Millionen Euro. Das sind schon ganz andere Dimensionen.

Die Vorbereitung startet bereits im September 2026 und die ersten Bohrungen könnten theoretisch noch Ende 2023 beginnen. Wenn’s gut läuft, wird das heiße Wasser über eine 25 Kilometer lange Leitung nach Graz gepumpt, um dort die Fernwärmeversorgung zu unterstützen. Ein bisschen wie ein riesiger Kessel, der die Stadt warm hält! Und nach der Nutzung wird das Wasser wieder in den Boden zurückgeführt – ein geschlossener Kreis, sozusagen.

Ein Blick in die Zukunft der Energieversorgung

Ein ähnliches Projekt in der Seestadt Aspern hat bereits erste Erfahrungen gesammelt, die jetzt in Graz von Vorteil sein könnten. Die Probebohrungen dauern schätzungsweise drei bis vier Monate, und die Ergebnisse werden entscheidend sein, um das geothermische Potenzial und die geologischen Rahmenbedingungen zu prüfen. Dabei wäre eine Wassertemperatur von 120 bis 130 Grad Celsius optimal. Wenn das klappt, wird sogar eine Geothermiedublette mit Produktions- und Injektionsbohrung entstehen.

Zusätzlich sind zwei weitere Bohrungen zur Prüfung eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) in Planung. Wer hätte gedacht, dass man überschüssige Wärme im Untergrund speichern kann? So kann die Energie saisonal verfügbar gemacht werden. Das klingt doch fast nach Magie! Ab 2037 könnte das Potenzial dieser Geothermie bis zu 670 Gigawattstunden pro Jahr erreichen, was rund 50 Prozent des Fernwärmebedarfs von Graz abdecken könnte – das wäre schon mal eine Ansage.

Von der Theorie zur Praxis

Von Februar bis April 2026 wurden seismische Messungen über 900 Kilometer durchgeführt, um die geologischen Gegebenheiten besser zu verstehen. Die Planung der Pipeline nach Graz läuft ebenfalls, und die Energie Steiermark bringt ihre Expertise im Bereich Infrastruktur und Wärmevertrieb mit ein. Bis jetzt sind etwa 50 Prozent der benötigten Grundstücke bereits erworben. Das Projekt gilt als das größte Einzelinvestment in der Geschichte der Energie Steiermark, und man fragt sich: Wo soll das Ganze hinführen?

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Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist für dieses Projekt übrigens nicht notwendig, was es umso spannender macht. Und in der Oststeiermark wurden ähnliche Bohrungen durchgeführt, die für zusätzliche Sicherheit sorgen könnten. Geothermie ist nicht nur praktisch, sondern auch eine umweltfreundliche Alternative zu fossilen Energien. Die Möglichkeiten, die sich durch die Nutzung von geothermischer Energie eröffnen, sind gewaltig und könnten die Region nachhaltig verändern.

Ein Blick über die Grenzen

Die tiefe Geothermie hat das Potenzial, Wärmereservoire bis in tiefere Erdschichten zu erschließen. Anders als bei oberflächennahen Anlagen sind diese Systeme größer und leistungsfähiger, sie können ganze Stadtviertel mit Heizwärme versorgen. Und das Beste: Sie sind wetterunabhängig. Ein Beispiel aus Unterhaching bei München zeigt, wie eine Kombination von Wärmebereitstellung und Stromerzeugung funktioniert. Solche Konzepte könnten auch in Österreich Schule machen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Die Möglichkeiten der geothermischen Nutzung sind vielfältig und könnten auch zur Dekarbonisierung bestehender Fernwärmenetze beitragen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieses Vorhaben in Graz entwickeln wird und ob es als Vorbild für weitere Projekte in Österreich und darüber hinaus dienen kann. Die Zeit wird zeigen, ob die Erwartungen erfüllt werden können, und vielleicht wird Graz bald als Vorreiter in der geothermischen Energieversorgung gefeiert.