Heute ist der 9.07.2026 und wir blicken gespannt auf das, was sich in Aspern tut. Die PORR Group hat sich für den Bau der Zentralberufsschule Seestadt Aspern entschieden, um auf emissionsarmen Beton zu setzen. Bis September 2028 soll hier eine beeindruckende Menge von rund 36.000 Kubikmetern des Zements CEM II/C verbaut werden. Das ist nicht nur eine Zahl, sondern ein echter Schritt in Richtung umweltfreundlicher Bauweise – schätzungsweise werden dabei rund 4.200 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch alle, die sich mit der Zukunft des Bauens beschäftigen.

Der verwendete CEM II/C-M mit Recyclingzuschlägen verursacht pro Tonne etwa 377 Kilogramm CO₂ – das ist 25 % weniger als der österreichische Durchschnittswert von 2020. Ein klarer Fortschritt, der nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern auch in der Praxis greifbar ist. Die PORR Group selbst konnte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 6,3 Milliarden Euro erwirtschaften und hat dabei eine Treibhausgasbilanz von etwa 3,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Hier zeigt sich, dass wirtschaftlicher Erfolg und Umweltbewusstsein Hand in Hand gehen können.

Innovative Verfahren für die Zukunft

Ganz neu im Spiel ist das Pure-Oxyfuel-Verfahren, das von einem Konsortium aus Buzzi-Dyckerhoff, Heidelberg Materials, Schwenk und Vicat in Heidenheim-Mergelstetten aus der Taufe gehoben wurde. Mit einer Investition von rund 120 Millionen Euro wurde die weltweit erste Pilotanlage eingeweiht, die täglich bis zu 450 Tonnen Klinker produziert. Was das Besondere daran ist? Das Verfahren vermeidet den CO₂-Ausstoß beim Brennvorgang fast vollständig. Das entstehende CO₂ wird isoliert und für spätere Nutzung oder Lagerung aufbereitet. Hier zeigt sich, dass Innovation die Schlüsselrolle beim Umdenken in der Zementproduktion spielt.

Doch was ist mit der Hauptkomponente von Beton, dem Klinker? Rund 90 % des CO₂-Fußabdrucks von Beton entfallen auf diese mineralische Substanz, die durch Hochtemperaturbrennung im Zementwerk entsteht. Die deutsche und europäische Zementindustrie hat sich daher auf Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet. Ein ambitioniertes Ziel, das bis 2030 eine Emissionsreduktion um 55 % vorsieht, wie die VDZ-Roadmap zeigt. Hierbei kommen verschiedene Hebel zur Anwendung, etwa Klinkersubstitution mit Hüttensand, Flugasche oder Kalkstein, um den Klinkerfaktor in CEM II- und CEM III-Zementen zu reduzieren.

Nachhaltigkeit im Bauwesen

Und die Diskussion um alternative Brennstoffe ist in vollem Gange. Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen, Biomasse oder perspektivisch grünem Wasserstoff könnte die Emissionen erheblich senken. Auch die Verwendung rezyklierter Gesteinskörnung trägt zur Schließung des Materialkreislaufs bei. In diesem Kontext wird die Verfügbarkeit marktfähiger Niedrigemissionsbetone für Bauherren und Planer immer wichtiger. Hersteller wie Heidelberg Materials mit ihrem evoZero, Holcim mit ECOPact und CEMEX mit Vertua bieten bereits Lösungen an, die 30–70 % weniger CO₂ emittieren als klassischer Portlandzement – und das bei identischer Verarbeitbarkeit und statischer Belastbarkeit.

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So wird klar, dass die Baubranche sich im Wandel befindet. Grüner Stahl für Bewehrungen und Tragwerke gewinnt an Bedeutung, und die enge Kopplung der Materialstränge in der Gebäude-Ökobilanz wird zu einem entscheidenden Faktor im Bauwesen. Bauherren sollten sich die Zeit nehmen, verfügbare Niedrigemissionsbetone zu vergleichen, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Die Zukunft des Bauens ist grün, und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. Es gibt viel zu entdecken und noch mehr zu tun. Der Weg ist das Ziel, und wir sind gespannt, wohin er uns führen wird.