In den malerischen Hügeln von Grinzing, wo der Wein blüht und die Luft nach frischem Laub duftet, liegt ein Stück Geschichte verborgen: die erste Höhere Gartenbauschule für Mädchen, gegründet von der bemerkenswerten Yella Hertzka. Im Jahr 1912, in einer Zeit, in der Frauen oft hinter den Kulissen blieben, setzte sie ein Zeichen und eröffnete 1913 ihre Schule in der Kaasgrabengasse 15. Diese Institution war nicht nur die erste ihrer Art in der gesamten Monarchie, sondern auch ein Ort, an dem junge Frauen zu Gärtnerinnen, Unternehmerinnen und selbstbewussten Persönlichkeiten ausgebildet wurden.

Yella Hertzka, geborene Fuchs, war eine Frau, die wusste, was sie wollte. Mit einer gehobenen Gartenbauausbildung aus Godesberg ausgestattet, war sie eine Pionierin und setzte sich unermüdlich für die Ausbildung und Förderung von Frauen ein. Ihre Vision umfasste nicht nur die praktischen Aspekte des Gartenbaus; der Lehrplan war vielfältig und umfasste alles von Obst- und Gemüsebau bis hin zu Landschaftsgestaltung und Botanik. Es war eine fundierte Ausbildung, die den Absolventinnen ermöglichte, eigene landwirtschaftliche Betriebe zu führen – eine wahrhaftige Revolution für die damalige Zeit.

Die Gründerin und ihre Vision

Doch Yella Hertzka war mehr als nur eine Pädagogin. Sie war auch eine Frauenrechtlerin, die sich in verschiedenen Frauenvereinen engagierte. Ihre Leidenschaft für die Selbstständigkeit der Frauen kam nicht nur in ihrer Schule zum Ausdruck, sondern auch in ihrer Arbeit im Bund Österreichischer Frauenvereine und als Präsidentin der österreichischen Sektion der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit. In einem Wien, das von gesellschaftlichen Normen geprägt war, kämpfte sie für die Gleichberechtigung und die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen.

Es ist kaum vorstellbar, welche Herausforderungen sie während ihrer Zeit als Direktorin der Gartenbauschule meistern musste. Die Schule wurde zu einem Zentrum für kulturellen Austausch und diente als Anlaufstelle für junge Frauen, die sich auf eine Zukunft in Palästina vorbereiteten. Die Verbindungen zur Künstlerkolonie im Döblinger „Kaasgraben“ und die Gartenfeste, bei denen bekannte Komponisten auftraten, machten die Schule zu einem lebendigen Ort des Lernens und der Kreativität.

Grete Salzer und das Erbe der Gartenbaukunst

Eine ihrer talentierten Schülerin war Grete Salzer, die 1920 den „Verein der Grinzinger Gärtnerinnen“ gründete und 1922 das „Hortensium“ ins Leben rief. Diese Einrichtung bot nicht nur eine Staudengärtnerei und ein Entwurfsbüro, sondern auch eine Gartenbauschule für Mädchen und Burschen an. Die Idee war, eine Generation junger Menschen auszubilden, die die Leidenschaft für die Natur und die Gartenkunst teilen. Nach ihrem Abschluss hatten die Absolventen die Möglichkeit, eine Höhere Lehranstalt zu besuchen – ein Schritt in eine vielversprechende Zukunft.

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Doch auch Grete Salzer blieb nicht von den Wirren der Zeit verschont. Nach ihrer Emigration und dem Verkauf ihrer Firma verliert sich ihre Spur tragischerweise nach einer gebuchten Schiffspassage nach Halifax im Februar 1945. Es ist, als ob die Geschichte sie einfach eingeholt hat, während sie versuchte, ein neues Leben zu beginnen.

Ein bleibendes Andenken

Beide Frauen, Yella Hertzka und Grete Salzer, wurden posthum gewürdigt. 2015 wurde der Yella-Hertzka-Park in der Seestadt Aspern eröffnet und in Meidling gibt es den Grete-Salzer-Park. Diese Orte sind mehr als nur grüne Oasen; sie sind ein lebendiges Andenken an zwei außergewöhnliche Frauen, die sich für die Rechte und Chancen der Frauen in einer sich wandelnden Welt eingesetzt haben. So bleibt ihre Botschaft, die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Frauen zu fördern, auch heute noch lebendig.