Es ist ein schleichendes Gefühl der Angst, das gerade die Friseursalons in Wien Döbling erfasst hat. Eine Gruppe von Einbrechern macht die Gegend unsicher und hat es gezielt auf die Geschäfte abgesehen, die für viele Menschen mehr sind als nur ein Ort für einen neuen Haarschnitt. Diese dunklen Gestalten, oft vermummt und mit Hämmern oder Schraubenschlüsseln bewaffnet, suchen nach einer schnellen Beute – und die Friseursalons scheinen für sie ein gefundenes Fressen zu sein.

Khaled Fayad, ein 52-jähriger Friseur, ist einer der Betroffenen. Mit einem schweren Herzen erzählt er von den drei Einbruchsversuchen in den letzten Monaten, die er sogar auf Video festgehalten hat. Er hat bruchsicheres Glas installieren lassen und ist mittlerweile dazu übergegangen, im eigenen Salon zu übernachten, um sein Geschäft zu schützen. „Es ist nicht nur mein Lebensunterhalt, es ist mein Traum, der hier in Gefahr ist“, sagt er. Die Einbrecher versuchen, das Türschloss zu knacken oder die Eingangstür einzuschlagen, und wenn sie erfolgreich sind, stehlen sie alles von Geld aus der Kasse bis hin zu E-Scootern.

Ein Blick auf die Täter

Die Polizei hat in den letzten Wochen fast 20 Verdächtige festgenommen, die mit Raubüberfällen und Einbrüchen in Verbindung stehen. Ein großer Teil dieser Täter sind syrische Staatsangehörige, die in Döbling und Umgebung leben. Fayad hat auch Jugendliche mit türkischem, ex-jugoslawischem oder afghanischem Hintergrund als Täter identifiziert. „Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Jugendliche in diese Welt hineingezogen werden“, sagt er und schaut besorgt auf die Straßen, wo sich oft Gruppen versammeln.

Doch die Situation ist nicht nur in Wien alarmierend. Ein Blick über die Grenzen nach Nordrhein-Westfalen zeigt, dass die Zahl syrischer Tatverdächtiger dort in den letzten zehn Jahren um das Fünffache gestiegen ist. Laut einer Strukturanalyse des Landeskriminalamtes haben 38 % der Straftaten, die von syrischen Tatverdächtigen begangen werden, mit Gewalt zu tun. Das ist eine besorgniserregende Zahl, die ein Licht auf die Herausforderungen wirft, die die Gemeinschaften in Deutschland und Österreich derzeit bewältigen müssen.

Die Dunkelheit der Gewalt

Gewalt und der Einsatz von Messern sind häufige Merkmale unter den syrischen Tatverdächtigen, die oft auch selbst Opfer von Gewalt werden. Das Problem ist tief verwurzelt und lässt sich nicht einfach mit einer einzigen Maßnahme lösen. NRW-Innenminister Herbert Reul betont, dass syrische Täter bei Clankriminalität und organisierter Kriminalität nur eine Nebenrolle spielen, jedoch bei Gewaltkriminalität eine Hauptrolle einnehmen. Das kulturhistorische Erbe des syrischen Bürgerkriegs und die damit verbundenen Traumata scheinen auch hier eine Rolle zu spielen, wobei Gewalt und Waffenbesitz als Teil des Alltags betrachtet werden.

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Khaled, der auf seine Staatsbürgerschaft wartet, hofft auf mehr Sicherheit für sein Geschäft und seine Familie. Er ist sich bewusst, dass viele dieser Jugendlichen, die sich in kriminellen Strukturen bewegen, nicht die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Die Mehrheit der Verdächtigen, die in Wien festgenommen wurden, stammt zwar aus schwierigen Verhältnissen, doch die Umstände allein entschuldigen nicht das Verhalten. „Wir brauchen Präventivmaßnahmen und mehr Bildung, damit die Jugendlichen einen anderen Weg wählen können“, sagt er nachdenklich.

Die Einbrüche in Döbling sind nur ein Teil eines größeren Puzzles. Die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht, sind vielschichtig und erfordern ein gemeinsames Handeln. Die Politik wird gefordert sein, nicht nur zu reagieren, sondern auch präventiv zu arbeiten, um die Wurzeln der Gewalt zu bekämpfen und eine sichere Umgebung für alle zu schaffen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Eurostat-Website, wo eine Vielzahl von Daten zum Thema Kriminalität bereitgestellt wird.

Die Situation in Döbling ist ein eindringlicher Reminder dafür, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten und Lösungen zu finden, die nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern auch die Ursachen angehen. Denn am Ende des Tages geht es um mehr als nur um Sicherheit – es geht um das Wohlbefinden der Gemeinschaft und das Gefühl, in einer Stadt zu leben, die für alle offen und sicher ist.