In den letzten Jahren hat sich in Wien einiges getan, um die Stadt ein Stück grüner und lebenswerter zu machen. Das Grätzlförderungsprogramm „WienNeu+“ ist dabei ein echter Lichtblick. Es bietet Förderungen zur Innenhofbegrünung an, und das bis Ende 2027! Das bedeutet, dass sowohl Eigentümergesellschaften als auch Mieter die Möglichkeit haben, ihre Vorschläge an die Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB) einzureichen. Ein Gespräch mit der GB ist der erste Schritt, bevor ein Beirat über die Förderungen entscheidet. So können private Personen bis zu 60% der Projektkosten gefördert bekommen – das ist doch ein Anreiz, oder?
Aktuell sind bereits erste Projekte in den Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau am Start. In der Nordwestbahnstraße 27 wird ein Wohnhaus saniert und es stehen Entsieglungs- und Begrünungsmaßnahmen an. Auch bei der evangelischen Pfarre Am Tabor 5 gibt’s Neuigkeiten: Hier ist eine Fassadenbegrünung geplant, während ein Gemeinschaftsgarten bereits umgesetzt wurde. Und das ist noch nicht alles! Am Gaußplatz 5 wird der Innenhof begrünt und eine Gemeinschaftsfläche entsteht. Das sind alles kleine, aber feine Schritte in die richtige Richtung!
Die Herausforderung der Wärmeversorgung
Doch bei all diesen Bemühungen gibt es noch viel mehr zu beachten. Wien hat sich zum Ziel gesetzt, den Fernwärmeanteil von 45% auf 56% bis 2040 zu erhöhen. Momentan werden etwa 55% der Wohnungen mit Erdgas beheizt. Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, sind nachhaltige Wärmeversorgungsformen für die verbleibenden 44% der Wohnungen notwendig. Hier kommt das Projekt „Anergie WieNeu+“ ins Spiel, das die Eignung von neun Häuserblöcken für Anergienetze prüft. Diese bieten eine clevere Alternative, wo Einzellösungen aufgrund von Platzmangel schwierig sind.
Die Zusammenarbeit mit den Eigentümerinnen ist dabei entscheidend, um Hindernisse wie Mehrheitsbeschlüsse zu überwinden. Langfristige Planung und frühzeitige Umstiegskonzepte sind hier das A und O. Externe Beratungsorganisationen spielen eine wichtige Rolle, um die Eigentümerinnen zu unterstützen. Und das Entscheidungsprozedere in Wohnungseigentümergemeinschaften kann manchmal echt lange dauern – da hilft oft eine neutrale Moderation, um Stillstände zu vermeiden.
Grünräume für eine bessere Lebensqualität
Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen, und es ist klar, dass wir die Lebensqualität in Wien durch Grün- und Erholungsräume aufrechterhalten müssen. Diese haben nicht nur eine Kühlfunktion, die in heißen Sommern von unschätzbarem Wert ist, sondern tragen auch zur allgemeinen Wohlfühlatmosphäre in der Stadt bei. Das Ziel ist, den Grünflächenanteil von über 50% zu erhalten und in den nächsten fünf Jahren bis zu 400.000 Quadratmeter neue und neu gestaltete Park- und Grünflächen zu schaffen.
Wichtige Projekte, die dabei im Fokus stehen, sind unter anderem das Gasometervorfeld im 11. Bezirk, die Grüne Mitte Nordwestbahnhof im 20. Bezirk und die Entwicklung von Grätzloasen und -laboren. Diese Ansätze sind nicht nur nachhaltig, sondern auch innovativ. Und die Baumpflanzoffensive 2.0 hat das Ziel, mindestens 20.000 neue Bäume zu pflanzen. Das Wiener Baumschutzgesetz sorgt dafür, dass bestehende Bäume erhalten bleiben und somit gleichzeitig die Biodiversität gefördert wird.
Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass Wien sich auf den Weg macht, grüner und lebenswerter zu werden. Die Kombination aus Innenhofbegrünung, nachhaltiger Wärmeversorgung und der Schaffung neuer Grünräume könnte die Stadt für zukünftige Generationen attraktiv gestalten. Und jeder Schritt zählt!