Im WAF-Gruabn, einem Schauplatz, der für viele Fußballenthusiasten zur zweiten Heimat geworden ist, trafen am vergangenen Wochenende die beiden Lokalrivalen FC Patron und FC Brigittenau aufeinander. Das Derby, das für die Fans stets ein ganz besonderes Flair hat, endete mit einem klaren 2:0-Sieg für den FC Patron. Die Atmosphäre war, wie immer bei solchen Begegnungen, zum Greifen nah – die Zuschauer, allesamt 44 an der Zahl, feuerten ihre Mannschaften lautstark an.

Das Spiel begann gleich mit einem Paukenschlag: In der 8. Minute netzte Mathias Suljic, frisch von einem Zuspiel von Muhamet Mahmutaj, ein und sorgte für den frühen Jubel auf der Patron-Seite. Brigittenau hatte zwar einige Chancen, konnte aber den starken Torhüter Elias Ramhapp nicht überwinden. Insbesondere Mustafa Akpinar zeigte sich als die größte Gefahr für Patron, hatte er doch in der 39. Minute einen prächtigen Schuss aus 22 Metern und kurz darauf einen Kopfball in der 44. Minute, der aber ebenfalls nicht die gewünschte Wirkung zeigte.

Rote Karten und Kampfgeist

Die zweite Halbzeit brachte dann eine Wendung, die das Spiel noch spannender machte. In der 59. Minute sah Adem Yildirim von Brigittenau die rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Nur kurze Zeit später folgte auch für Muhamet Mahmutaj von Patron eine gelb-rote Karte – das Derby nahm an Intensität zu. Trotz der Unterzahl zeigte Brigittenau großen Kampfgeist, jedoch war das Glück nicht auf ihrer Seite. In der Nachspielzeit, genauer gesagt in der 96. Minute, sorgte Nedeljko Jefimic für den endgültigen K.O. mit dem 2:0. Der Jubel bei Patron kannte keine Grenzen.

Die Schiedsrichter Mathias Heinz, Aleksandar Pavlovic und Oliver Rehbein hatten alle Hände voll zu tun, und es war nicht nur das Spielgeschehen, das sie im Auge behalten mussten, sondern auch die Gemüter der Spieler, die nach den roten Karten ordentlich hochkochten. Brigittenau, trotz der unglücklichen Umstände, versuchte alles, um wenigstens einen Treffer zu erzielen, aber das Netz blieb für sie leer. Nach dem Schlusspfiff war es vor allem der FC Patron, der strahlte – ein verdienter Sieg im Gruabn-Derby.

Ein Blick auf das Ligasystem

Für die beiden Teams ist dieser Sieg oder die Niederlage nicht nur ein Moment im Derby, sondern Teil eines größeren Systems. Im österreichischen Fußball-Ligasystem gibt es eine klare Hierarchie, die von der Admiral Bundesliga bis hinunter zu den Landesligen reicht. Rund 3200 Mannschaften tummeln sich in 269 Ligen – das ist schon eine beachtliche Zahl, wenn man darüber nachdenkt. In Wien, wo sowohl Patron als auch Brigittenau spielen, gibt es zahlreiche Ligen unterhalb der 2. Klasse A und 1. Klasse B, die nicht vom Wiener Fußballverband organisiert werden.

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Das Ligasystem bietet für alle Mannschaften die Möglichkeit, aufzusteigen und sich einen Platz in den höheren Ligen zu erkämpfen. Doch der Weg ist steinig – die Meister der Regionalligen steigen direkt in die 2. Liga auf, während die Absteiger aus dieser Liga in die Regionalliga gehen müssen. Für Brigittenau und Patron ist jede Runde entscheidend, um in dieser hart umkämpften Landschaft nicht den Anschluss zu verlieren. Fußball, das ist hierzulande weit mehr als nur ein Spiel – es ist eine Leidenschaft, die tief verwurzelt ist.