In einem kleinen, charmanten Kellerlokal am Allerheiligenplatz 15, direkt in Brigittenau, hat sich ein Ort etabliert, der nicht nur Kunstliebhaber:innen, sondern auch Kreative von überall her anzieht. Das „Ministry of Artists“ ist mehr als nur eine Galerie; es ist ein echtes „Kunstwohnzimmer“, das eine Plattform für Ausstellungen, Konzerte, Performances und Workshops bietet. Hier wird Kunst lebendig, und das mitten im Herzen der Stadt!
Die beiden Initiatoren, Bruno Joly und Doris Dittrich, wollten etwas schaffen, das über konventionelle Kunstangebote hinausgeht. Sie träumten von einem niederschwelligen Ort für Kunstschaffende, und ihre Vision wurde während der Corona-Pandemie in die Tat umgesetzt. Dittrich, eine freischaffende Bildhauerin, Grafikerin und Malerin, sowie Joly, der als Fotograf und Eventmanager tätig ist, fanden über den Verein „Kreative Räume Wien“ den perfekten Raum für ihr Projekt. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten öffnete die Ministry of Artists im November 2022 ihre Türen für ein breites Publikum.
Ein Raum für alle Kunstinteressierten
Seither haben rund 120 Künstler:innen aus über 20 verschiedenen Ländern in diesem inspirierenden Raum gearbeitet. Das Programm ist so vielfältig wie die Künstler selbst: Von einem Tango-Festival über Schulprojekte bis hin zu Comedy-Abenden ist alles dabei. Hier wird Kunst nicht nur ausgestellt, sondern erlebbar gemacht. Das Besondere? Workshops ermöglichen es den Besucher:innen, selbst kreativ zu werden. Ob mit Farben, Ton oder anderen Materialien – hier darf ausprobiert werden, ganz ohne Hemmschwellen.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch Förderungen, Spenden, Kunstverkäufe und Vermietungen. Dabei legen Dittrich und Joly großen Wert darauf, dass die Künstler:innen fair bezahlt werden. Was mich persönlich besonders beeindruckt, ist ihr ehrenamtliches Engagement – sie organisieren das Projekt größtenteils in ihrer Freizeit. Die Leidenschaft für die Kunst und die Gemeinschaft strahlt in jedem Winkel des „Ministry of Artists“.
Die Bedeutung von Kunstförderung
Die Initiative in Brigittenau ist ein Beispiel für die wichtige Rolle, die Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft spielen. In Deutschland investiert der Bund rund 2 Milliarden Euro in den Bereich Kunst und Kultur – das sind 17 % der Gesamtausgaben. Förderung ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit, um kulturelle Vielfalt und Kreativität zu bewahren. Projekte wie das „Ministry of Artists“ tragen nicht nur zur Lebensqualität bei, sondern sind auch wirtschaftlich bedeutend. Die verschiedenen Förderarten, sei es für einzelne Künstler:innen oder auch für kulturelle Institutionen, sind essenziell, um ein breites Spektrum an Kunstprojekten zu unterstützen.
Gerade in Zeiten wie diesen, wo viele Kultureinrichtungen mit Herausforderungen kämpfen, ist die Unterstützung durch Fördermittel wichtiger denn je. Initiativen wie NEUSTART KULTUR haben gezeigt, dass auch in Krisenzeiten Lösungen gefunden werden können, um die kreative Szene am Leben zu halten. Und genau das ist es, was das „Ministry of Artists“ in Brigittenau verkörpert – ein Ort der Hoffnung, der Kreativität und des Miteinanders.