In der Brigittenau ist den Fahrgästen der öffentlichen Verkehrsmittel einiges zu Ohren gekommen. Im Rahmen der Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ des VCÖ – Mobilität mit Zukunft hatten die Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit, bis Ende April Feedback zu ihren Haltestellen zu geben. Die Resonanz war groß, und insgesamt wurden 32 Haltestellen in der Brigittenau gemeldet, die Verbesserungsbedarf aufweisen. Besonders häufig wurden mangelhafte Fahrgastinformationen beanstandet, was 45% der Rückmeldungen ausmachte.
Ein Beispiel für die Unterschiede in der Fahrgastinformation findet sich an der Problemstelle Wexstraße. Hier müssen Fahrgäste des 31ers unter guten Bedingungen warten, während die Nutzer des 5B mit einem fehlenden Wartehäuschen auskommen müssen. Solche Missstände sind nicht nur ärgerlich, sondern sie werfen auch ein Licht auf die Verkehrssituation in der Brigittenau, wo Straßenbahn-Stationen oft auf schmalen Verkehrsinseln liegen.
Verkehrssicherheit im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den die Rückmeldungen beleuchten, ist die Verkehrssicherheit. 15% der Meldungen beziehen sich auf fehlende sichere Gehwege zur Haltestelle, was vor allem für Schülerinnen, Schüler und ältere Menschen eine bedeutende Herausforderung darstellt. Auch die Sicherheit an den Haltestellen steht auf der Liste der Beschwerden ganz oben. Mopedfahrer gefährden Fußgänger, was zusätzlichen Unmut erzeugt.
Die Bushaltestellen am Maria-Restituta-Platz sind während Bauarbeiten verlegt worden, was ebenfalls nicht gerade zur Freude der Fahrgäste beiträgt. Der Wunsch nach besserer Fahrgastinformation – beispielsweise durch digitale Anzeigen – ist mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Die Barrierefreiheit ist ein weiteres zentrales Thema: Die Station Jägerstraße hat eine enge Auffahrt, die für E-Rollstühle und normale Rollstühle problematisch ist. Hier ist dringender Handlungsbedarf angesagt, und die Wiener Linien, die Partner des Projekts sind, werden das Feedback des VCÖ weiterverarbeiten.
Digitale Lösungen und Datenschutz
In Zeiten der Digitalisierung wird auch der Umgang mit personenbezogenen Daten immer wichtiger. Anbieter wie Piwik PRO GmbH und die OpenStreetMap Foundation verarbeiten technische Verbindungsdaten zur Erstellung von Nutzungsstatistiken. Diese Daten werden anonymisiert und dienen dazu, das Nutzungsverhalten besser zu verstehen. Die Verarbeitung erfolgt auf Basis der Einwilligung der Nutzer nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Auch Google Ireland Limited ist in diesem Kontext aktiv und gewährleistet, dass die Datenübermittlung in Länder außerhalb der EU den gesetzlichen Vorgaben entspricht.
Die Kombination aus direktem Feedback der Fahrgäste und den Datenanalysen der Dienstleister könnte letztlich dazu führen, dass die Haltestellen in der Brigittenau nicht nur sicherer, sondern auch benutzerfreundlicher werden. Die Wiener Linien und der VCÖ haben hier die Möglichkeit, gemeinsam die Weichen für eine zukunftsfähige Mobilität zu stellen.