Am 13. Juli 2023 ging es in Wien richtig zur Sache! Die Straßenbahnknotenpunkte Währinger Straße, Spitalgasse und Nußdorfer Straße wurden für eine umfassende Sanierung in die Mangel genommen. Mit rund 500 Metern neuer Gleise und Weichen haben die Wiener Linien ein großes Projekt auf die Beine gestellt. Klar, dass das Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr hat. Die beliebten Straßenbahnlinien 5, 12, 37, 38, 40, 41 und 42 sind betroffen. Da kommen die Wiener ins Schwitzen! Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Linien 40, 41 und 42 sogar komplett eingestellt werden. Wer mit der Linie 5 fahren möchte, muss sich auf eine geteilte Strecke gefasst machen – zwischen Westbahnhof und Josefstädter Straße sowie zwischen Praterstern und Franz-Josefs-Bahnhof bis zur Augasse geht’s weiter.

Die Umleitungen und Änderungen sind nicht ohne, das kann man wohl sagen. Die Buslinie 40A versucht, den erhöhten Bedarf in dichteren Intervallen zu bedienen, Ersatzbusse stehen jedoch aufgrund der Sperrung des Kreuzungsplateaus nicht zur Verfügung. Für Autofahrer gibt es eine Umleitungsstrecke über die Nußdorfer Straße, Sechsschimmelgasse, Wilhelm-Exner-Gasse und Michelbeuerngasse. Das alles geschieht in den Sommerferien, um die Wiener nicht allzu sehr im Alltag zu strapazieren und Monate des Bauens während des laufenden Betriebs zu vermeiden. Wenigstens ein kleiner Lichtblick!

Die Auswirkungen auf die Anwohner

Die Anwohner haben es oft nicht leicht. Oft bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf das Rad oder den eigenen Fuß zurückzugreifen, wenn die Straßenbahn nicht mehr direkt vor der Tür hält. Die Kreuzung, die hier saniert wird, gilt nicht umsonst als Hauptschlagader des Wiener Straßenbahnnetzes. Verbindungen zwischen Döbling, Währing, Hernals und Schottentor fallen einfach weg. Das ist ein gewaltiger Einschnitt! Und das, obwohl die Gleise erst vor rund zehn Jahren erneuert wurden. Die hohe Belastung durch gleich sieben Straßenbahnlinien hat einfach ihren Tribut gefordert.

Ab dem 13. Juli kommt zudem die Teilsperre der Bim-Linie 71 hinzu und die Linie D wird umgeleitet. Die Linie 71 fährt bis Ende August nur zwischen Kaiserebersdorf und Schwarzenbergplatz, während Linie D zwischen Schwarzenbergplatz und Börse über Stubentor und Schwedenplatz umgeleitet wird. Ein wahres Labyrinth, das die Fahrgäste durchschreiten müssen!

Ein Blick in die Zukunft

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. 2024 investieren die Wiener Linien ganze 223 Millionen Euro in die Modernisierung der Infrastruktur. Über 100 Baustellen wurden bereits erfolgreich abgewickelt, darunter die Erneuerung von 8,6 Kilometern Gleisen und 53 Weichen. Wenn alles gut geht, sollen 2025 noch einmal 11 Kilometer Gleise und 45 neue Weichen folgen. Diese Modernisierungsoffensive trägt den Titel „Netz erst recht!“ und hat das Ziel, Langsamfahrstellen abzubauen und ein verlässliches U-Bahn- und Straßenbahn-Netz zu gewährleisten.

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Wien hat immerhin das sechstgrößte Straßenbahnnetz der Welt! Mit einer täglichen Fahrleistung von über 100.000 Kilometern und einer beeindruckenden Zuverlässigkeit von 99 Prozent ist das Verkehrsnetz eine wahre Lebensader für die Stadt. Täglich nutzen zwei Millionen Fahrgäste das Netz, viele davon sind Jahreskarten-Besitzer. Hier wird also nicht nur Geld investiert, sondern auch in die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener.

Die Modernisierung umfasst nicht nur Gleise und Weichen, sondern auch Tunnel, Brücken und Stationen. Sei es die U1 mit Bahnsteigsanierung in Kagran oder die U4 mit dem Neubau der Alserbachbrücke – die Stadt bleibt am Puls der Zeit. Auch die U6 wird nicht vergessen – neue Weichen und Modernisierungen an den Stationen stehen ebenfalls auf dem Plan. Wenn man all diese Pläne betrachtet, kann man nur hoffen, dass das Ergebnis der Mühen den Wienerinnen und Wienern auch bald zugutekommt.