Das Palais Festetics in der Berggasse 16, im charmanten Alsergrund, ist ein wahres Kleinod der Wiener Architektur, das 1858 von den Architekten Johann Julius Romano und August Schwendenwein im Stil der Neu-Wiener Renaissance errichtet wurde. Ursprünglich für Eugenie Gräfin Festetics von Tolna, eine markante Figur ihrer Zeit, erbaut, hat das Gebäude im Laufe der Jahre viele Gesichter gezeigt. Von der k. u. k. Exportakademie bis zur Wirtschaftskammer Wien – hier ist viel Geschichte gepflanzt worden.

Gerade in den vergangenen Jahren hat das Palais eine ganz besondere Rolle als kultureller Ort gespielt. Kunst- und Kulturveranstaltungen, wie die Ausstellungen „Mirror Mirror“ und „Freefall“ des Künstlers Clemens Wolf, haben die Wände zum Leben erweckt. Ab Mai 2024 wird die Node Contemporary GmbH für 18 Monate im Palais einziehen und eine künstlerische Zwischennutzung bieten. Das klingt nach einer spannenden Zeit, die Kunst- und Kulturliebhaber auf ihre Kosten kommen lässt!

Die Ungewisse Zukunft

Aber wie es oft im Leben so ist: nichts bleibt für immer. Das Palais hat eine ungewisse Zukunft vor sich. Die Zwischennutzung endet am 31. Dezember 2025, und was danach kommt, bleibt im Dunkeln. Die Signa Holding, die das Gebäude 2019 für rund 17 Millionen Euro erwarb, hat das Palais mittlerweile an die Blackstone Five GmbH verkauft – für schlappe 23 Millionen Euro. Es gab bereits einige Eigentümerwechsel, und jeder hat seine eigenen Pläne für das ehrwürdige Gemäuer. Ob das Palais künftig öffentlich zugänglich sein wird, ist mehr als fraglich.

Von 1897 bis 1939 war hier das k.k. Österreichische Handelsmuseum untergebracht, das aus dem Orientalischen Museum hervorgegangen ist. Ein Ort voller Geschichten, der für viele Wiener ein vertrauter Anblick war. Nach dem Umbau 1961 wurde das Palais von der Kammer der Gewerblichen Wirtschaft in Wien genutzt, bis es 2019 seinen Besitzer wechselte. Und jetzt stehen wir hier, 2026, und warten auf die nächsten Schritte in der Geschichte dieses beeindruckenden Gebäudes.

Die Berggasse bleibt ein markanter Punkt in Wien, und das Palais Festetics, mit all seinen Geschichten, wird immer ein Teil dieser lebendigen Nachbarschaft sein. Ob es eine neue Bestimmung finden oder in Vergessenheit geraten wird – die Zeit wird es zeigen. Eins ist sicher: Wien wird sich weiter verändern, und mit ihm auch die Gesichter seiner Gebäude. Aber die Erinnerungen bleiben. Und das ist doch auch etwas wert, oder nicht?

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