Heute ist der 28.05.2026, und die Luftfahrtbranche in Wien steht mal wieder im Fokus. Die Stadt, die für ihre Kaffeehäuser und den Stephansdom bekannt ist, hat sich den Titel als zweitteuerster Luftfahrtstandort in Europa eingefangen. Das ist natürlich kein Grund zum Feiern. AUA-Chefin Annette Mann spricht offen über die Herausforderungen. Hohe Lohnkosten, hohe Steuerbelastungen und ein kleines Einzugsgebiet tun ihr Übriges. Man könnte meinen, die Wiener Luftfahrt ist in einem Teufelskreis gefangen.
Besonders frustrierend ist, dass die AUA, die österreichische Fluggesellschaft, unter den hohen Standortkosten leidet, die doppelt so hoch sind wie der EU-Durchschnitt. Ein schrumpfendes Geschäft wäre die Folge, wenn sich an der Kostenstruktur nichts ändert. In diesem Zusammenhang hat die AUA ein Angebot für Wachstum unterbreitet, das die Schaffung von 700 Arbeitsplätzen durch die Einführung zusätzlicher Langstreckenflüge vorsieht. Doch ohne Kostensenkungen könnten die Verbindungen, insbesondere zu den Bundesländern und auf kurzen Strecken, bald der Vergangenheit angehören.
Ryanair zieht Konsequenzen
Wie ein Schatten über dieser Situation schwebt die Ankündigung von Ryanair, im Winterflugplan 2025 gleich drei Flugzeuge aus Wien abzuziehen. Billund, Santander und Tallinn – diese Strecken werden gestrichen. Michael O’Leary, der Chef von Ryanair, zeigt sich wenig erfreut über die hohen Luftverkehrssteuern in Österreich. 12 Euro pro Ticket sind nun mal kein Pappenstiel, und die Flughafengebühren sind seit Corona um 30 % gestiegen. Da kann man verstehen, dass die Konkurrenz nicht lange auf sich warten lässt.
Ryanair hat zwar seit der Pandemie ein Wachstum von 160 % verzeichnet, aber das Vorkrisenniveau ist noch nicht einmal in Sicht. O’Leary fordert die österreichische Regierung auf, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Andernfalls könnte es für die Passagiere in Österreich bald teuer werden. Die hohen Zugangskosten belasten nicht nur die Airlines, sondern auch den heimischen Tourismus und die Wirtschaft.
Der internationale Kontext
Wenn wir einen Blick über die Grenzen werfen, sieht die Lage in Deutschland ganz anders aus. Hier plant die Bundesregierung, die Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 zu senken. Das könnte eine Erleichterung für die Branche sein, die auch hier unter hohen Gebühren und Abgaben leidet. Die Senkung der Steuersätze könnte die Belastungen abfedern und dazu beitragen, dass die Ticketpreise stabil bleiben. Aber was passiert in Österreich? Warum bleibt die Regierung in Wien hinterher, während andere Länder vorpreschen?
Die Luftfahrt ist für die wirtschaftliche Stärke eines Landes entscheidend, das weiß man auch in Österreich. Doch die Zeichen stehen auf Sturm. Die AUA braucht dringend ein günstigeres Umfeld, um nicht nur zu überleben, sondern auch zu wachsen. Und Ryanair? Die haben ganz klare Pläne: Wenn die Kosten sinken, könnte das Unternehmen in Wien massiv investieren und neue Arbeitsplätze schaffen. Aber bis dahin bleibt den Reisenden nur das Warten – und das Hoffen auf bessere Zeiten.
