Heute ist der 10. Mai 2026, und in Gersthof wird ein Kapitel geschlossen. Wolfgang Prochaska, ein Name, der untrennbar mit dem Gersthofer SV verbunden ist, hat entschieden, seine Zeit beim Verein zu beenden. Nach fast fünf Jahren intensiver und emotionaler Arbeit hat er das Gefühl, dass es Zeit ist, einen neuen Abschnitt einzuleiten. „Ich habe das Gefühl, dass ein Abschnitt zu Ende geht“, so Prochaska – und das klingt ehrlich gesagt nach einer Entscheidung, die reif ist.

In den letzten Jahren war wirklich viel los. Der Verein hat einige wichtige Spieler verloren, und oft wurden diese nicht gleichwertig ersetzt. Prochaska hatte hohe Ansprüche und wollte mehr als nur den Klassenerhalt erreichen. Sein Ehrgeiz war spürbar. Dennoch sieht er jetzt den richtigen Zeitpunkt für eine Neuorientierung des Vereins. „Es ist an der Zeit, dass Gersthof sich neu aufstellt“, sagt er. Eine weise Einsicht, wie ich finde.

Ein Rückblick auf eine bewegte Zeit

Wolfgang Prochaska, geboren am 12. April 1968, ist ein echter Wiener Bub und hat in seiner Karriere als Trainer in Wien schon einiges erlebt. Er hat die UEFA-A-Lizenz und blickt auf eine durchschnittliche Amtszeit von etwas über einem Jahr zurück. Im Amateurfußball ist das nicht gerade lang. Doch seine Rückkehr zu Gersthof war eine Art Herzensangelegenheit. Ursprünglich wollte er nur kurzfristig helfen, nach einem Anruf von Präsident Peter Frigo, und schwupps, waren es vier Jahre und neun Monate, in denen er den Verein prägte.

Besonders in Erinnerung bleiben sportliche Höhenflüge wie die Etablierung des Teams in der Stadtliga und das Toto-Cupfinale. Das sind keine kleinen Brötchen, die da gebacken wurden. Trotz der Herausforderungen, die der Abstiegskampf mit sich brachte, hat Prochaska es nie zugelassen, dass sein Team tatsächlich absteigt. Ein echter Bulle, könnte man sagen – stark und entschlossen.

Die Herausforderungen des Trainerdaseins

Ein Trainerjob ist kein Zuckerschlecken. Prochaska hat in seiner Karriere viele Stationen durchlaufen, unter anderem bei Mauerwerk, Mannswörth und anderen Wiener Vereinen. Die Liste seiner Trainerstationen ist lang und bunt, und seine Punkteschnitte erzählen die Geschichten: Einige Zeiträume waren erfolgreich, andere weniger. Aber eines ist klar: Prochaska hat stets versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Mit einer Durchschnittszeit von 1,06 Jahren als Trainer könnte man meinen, er sei ein „Wanderer zwischen den Welten“. Doch seine Rückkehr zu Gersthof zeigt, dass es auch anders geht. Hier hat er über acht Jahre hinweg gewirkt, was im Wiener Amateurfußball schon fast eine Seltenheit ist. Wenn das kein Zeichen für Loyalität ist!

Ein herzlicher Abschied

Die letzten Monate beim Gersthofer SV waren für Prochaska sicherlich nicht leicht. Er wünscht sich für die Zukunft des Vereins, dass der familiäre Charakter erhalten bleibt und dass der Klassenerhalt weiterhin im Fokus steht. „Der Verein hat viel Potenzial, und ich hoffe, dass die nächsten Schritte richtig gesetzt werden“, so Prochaska. So klingt jemand, der mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied nimmt.

Wolfgang Prochaska wird fehlen. Nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch, der viel Herzblut in den Verein gesteckt hat. Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft für ihn bereithält und wie sich der Gersthofer SV unter neuer Leitung entwickeln wird. Aber eines ist sicher: Die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit werden bleiben.