Steuerlast und Zukunft der Mobilität: Österreichs Autofahrer im Würgegriff der Abgaben
Die Autobranche in Österreich hat es nicht leicht. Steigende Steuern und Abgaben für Fahrzeugbesitzer setzen den Unternehmen zu. Immerhin hat sich in den letzten 25 Jahren fast nichts geändert, außer dass es fast 50 steuerliche Verschlechterungen für Autofahrer gegeben hat. Wenn man sich die Zahlen ansieht, wird einem ganz schwindlig: Österreich hat die zweithöchste Steuerlast pro Kraftfahrzeug in Europa. Nur Belgien, mit satten 2.896 Euro Steuern pro Auto, steht noch drüber. In Österreich zahlen wir 2.661 Euro, während unsere Nachbarn in Deutschland mit 1.673 Euro davonkommen. Das ist schon ein ganz schöner Schlag ins Gesicht für Autofahrer hierzulande. Burkhard Ernst, stellvertretender Obmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer, macht sich Sorgen, dass wir bald an Belgien vorbeiziehen. Und das wäre ja wirklich nicht das, was wir uns wünschen.
Die Wirtschaftskammer hat klar gefordert, dass die Politik der Branche mehr Spielraum geben muss. Es gibt neue Steuern, die die Sache zusätzlich komplizieren: die motorbezogene Versicherungssteuer auf E-Autos und die progressive CO₂-Steuer. Ein ganzes Arsenal an Unsicherheiten schwebt über der Zukunft der Automobilindustrie. Man fragt sich, wie lange das gutgehen kann. Schließlich trägt die Branche über 23 Milliarden Euro zum Staatsbudget bei und sichert 354.000 Arbeitsplätze. Die Wertschöpfung? Ganze 30 Milliarden Euro! Da kann man nur hoffen, dass die Politik endlich klare Regeln auf den Tisch bringt, um die Industrie nicht weiter zu gefährden.
Ein Lichtblick für E-Autos
Und da gibt es tatsächlich einen Lichtblick: Das Bundeskabinett in Deutschland hat den Entwurf des Achten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes beschlossen, mit dem Ziel, die Elektromobilität zu fördern und Bürger zu entlasten. Die Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge wird bis 2035 verlängert. Wer also bis Ende 2030 ein E-Auto neu zulässt oder umrüstet, kann bis zu zehn Jahre von der Steuerbefreiung profitieren. Das wäre doch eine feine Sache – aber was ist mit uns in Österreich?
Der Automobilstandort Deutschland wird durch diese Maßnahmen gestärkt und Arbeitsplätze gesichert. Es gibt sogar ein Förderprogramm, das insbesondere Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen unterstützen soll. Bis 2029 werden Mittel des EU-Klimasozialfonds bereitgestellt, um den Umstieg auf klimaneutrale Mobilität zu fördern. Im ersten Jahr können Käufer von Elektrofahrzeugen bis zu 75 % der Investitionskosten degressiv abschreiben – das klingt nach einer echten Motivation, sich ein E-Auto zuzulegen!
Österreichs Herausforderung
Während die deutschen Nachbarn fleißig an der Elektromobilität basteln, bleibt für Österreich nur zu hoffen, dass ähnliche Maßnahmen auch hierzulande ergriffen werden. Die Bundesregierung in Deutschland hat schließlich erkannt, wie zentral die Automobilindustrie für Wohlstand und Innovation ist. Ein Fokus auf klimaneutrale Mobilität könnte auch uns in Österreich zugutekommen. Wer weiß, vielleicht sehen wir bald auch hierzulande Subventionen für E-Autos oder die Einführung von Kaufanreizen, wie sie gerade in Deutschland diskutiert werden?
Bis dahin bleibt den österreichischen Autofahrern nur, die Daumen zu drücken und auf eine Entlastung zu hoffen. Die Branche braucht dringend ein wenig Luft zum Atmen – und das nicht nur beim Autofahren.
