Sichere Haltestelle oder Angstort? Die Gumpendorfer Straße im Sicherheitsdilemma
Die U6-Station Gumpendorfer Straße – ein Ort, der für viele Wienerinnen und Wiener nicht nur eine Haltestelle, sondern auch ein Gefühl von Unsicherheit ausstrahlt. Hier ist man nicht allein mit seinen Sorgen. Die aktuellen Sicherheitszahlen? Fehlanzeige. Das hat die ÖVP auf den Plan gerufen, die der Stadtregierung eine Vertuschung vorwirft. Sie haben eine Anfrage zu den Einsätzen der mobilen Ordnungskräfte der Wiener Linien in den letzten drei Jahren gestellt. Doch Stadträtin Ulli Sima von der SPÖ hat diese Anfrage für rechtlich unzulässig erklärt, unter Berufung auf die Wiener Stadtverfassung, die die Dienstpläne ausgegliederter Unternehmen schützt. Ein rechtliches Hin und Her, das die Gemüter erregt.
Die ÖVP kritisiert die mangelnde Transparenz und fordert dringend Informationen zur Sicherheit an der Gumpendorfer Straße. Sima hingegen weist die Verantwortung an das Innenministerium und erinnert an die Schließung von zwei Polizeiinspektionen seit 2000. Das Resultat: Nur ein Stadtpolizeikommando ist für die Bezirke 4, 5 und 6 zuständig, während ein Personalmangel von rund 80 Polizisten herrscht. Die Gumpendorfer Straße hingegen hat als einzige Haltestelle in Wien fixe Standposten mit bis zu zwei Security-Teams während der Hauptverkehrszeiten. Auch die Polizei ist in den frühen Abendstunden vor Ort. Dennoch bleibt das Gefühl der Unsicherheit bei den Anwohnern und Pendlern.
Ein Blick auf die Sicherheitsmaßnahmen
Um die Situation etwas zu entschärfen, wurde eine neue Schutzzone beim Fritz-Imhoff-Park eingerichtet, um dem Drogenhandel Einhalt zu gebieten. Doch die ÖVP geht noch weiter und fordert einen permanenten Sicherheitsdienst rund um die Uhr, gestützt auf die zahlreichen Beschwerden von Anwohnern. Die Stadt hat bereits reagiert und plant, Informationen über die Security-Einsätze mithilfe des neuen Informationsfreiheitsgesetzes zu erhalten. Aber wie lange wird es dauern, bis sich hier wirklich etwas ändert?
Bürgermeister Michael Ludwig hat in einem aktuellen Bericht zu Sicherheitsmaßnahmen in Wien seit Jänner 2025 betont, dass die Stadt zwar zu den sichersten Millionenstädten zählt, dennoch ein gewisses Unsicherheitsgefühl in bestimmten Situationen besteht. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken und gegen Regelverstöße vorzugehen. Die Durchsetzung der Wiener Hausordnung hat hohe Priorität, und bei Regelverstößen wird nicht gezögert. Einschränkungen wie Alkohol- und Waffenverbote in bestimmten Gebieten sind bereits in Kraft. Es wird intensiv zusammengearbeitet – Polizei und städtische Einsatzkräfte ziehen an einem Strang, um die Vergehen zu bekämpfen.
Ergebnisse und weitere Maßnahmen
Die bisherigen Maßnahmen zeigen bereits Erfolge: Am Praterstern und in Favoriten konnte die Polizeipräsenz erhöht werden, und es gibt ein Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf. Seit Ende Jänner 2025 wurde in mehreren Bezirken verstärkt kontrolliert. Insgesamt gab es bis Mitte März 2025 18 Einsatztage in neun Gebieten. Gemischte Teams, bestehend aus Polizei, städtischen Einsatzkräften, Sozialarbeitern und den Wiener Linien, sind auf den öffentlichen Plätzen unterwegs.
Die Sicherheitslage in öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich ebenfalls verbessert. Die Stadt hat vier Millionen Euro in die technische Aufrüstung investiert und die Innenbeleuchtung der Fahrzeuge erneuert. Zudem wird die Anzahl der Sicherheitsmitarbeiter von 110 auf 150 erhöht. Das Einsatzteam Wien kümmert sich auch um gefährliches Fahrverhalten der Roadrunner-Szene, und es gibt einen direkten Austausch mit den Bürgern durch mobile Anlaufstellen an den Einsatzorten.
Insgesamt wurden bis jetzt 372 Betriebe überprüft, 511 Anzeigen durch die Polizei erstattet und 67 Festnahmen durchgeführt. Die Stadt scheint ein ernsthaftes Interesse daran zu haben, die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Doch die Frage bleibt: Reicht das aus, um das Vertrauen der Wienerinnen und Wiener in die Sicherheit ihrer Stadt zurückzugewinnen?
