In Rudolfsheim-Fünfhaus brodelt es gewaltig. Die Bewohner des Gemeindebaus fühlen sich zunehmend unwohl und sind frustriert über die unhaltbaren Zustände, die sich dort mittlerweile breitgemacht haben. Immer wieder berichten Anwohner von hausfremden Personen, die ungeniert Zutritt zu ihrem Wohnkomplex erhalten. Obdachlose im Keller, Gruppen von Jugendlichen in der Garage – das Bild, das sich hier abzeichnet, ist alles andere als einladend. Die Hinterlassenschaften sind kaum zu ertragen: Müll, Spritzen, Nadeln, Graffitis, Urin und Fäkalien sind allgegenwärtig. Und wenn dann auch noch die Reinigung von Erbrochenem in der Garage zwei Wochen in Anspruch nimmt, könnte man sich schon fragen, was hier schief läuft.
Die Rückmeldungen an Wiener Wohnen, die sich um die Verwaltung kümmern, scheinen nicht wirklich fruchten zu wollen. Ein Schreiben, das lediglich das Urinieren in der Garage untersagt, ist nicht das, was sich die Anwohner erhofft hatten. Um dem Chaos Herr zu werden, wurde die Garage nun mit einem elektronischen Zutrittssystem ausgestattet. Doch ob das wirklich hilft? Müllräume und Kellerbereiche sind zwar videoüberwacht, aber die Frage bleibt, wie effektiv diese Maßnahmen sind. Zudem werden die Bewohner aufgefordert, Vorfälle wie Vandalismus umgehend zu melden. Bei hausfremden Personen im Stiegenhaus soll die Polizei verständigt werden – eine Maßnahme, die mutmaßlich wenig zur Beruhigung beiträgt.
Vandalismus und Unsicherheit
Die Situation wird durch vandalistische Aktivitäten, insbesondere durch externe Jugendliche, noch komplizierter. Bewohner klagen über ständige Unruhe und Schäden, die sowohl die Innen- als auch die Außenbereiche des Areals betreffen. Der FPÖ-Bezirksrat Manfred Dvořák hat bereits einen Antrag zur Verbesserung der Wohnqualität gestellt. Ein sinnvoller Schritt, doch die Anwohner fühlen sich unsicher und trauen sich oft nicht, ihre Beschwerden zu äußern aus Angst vor Racheakten. Verständlich – wer möchte schon in ein Wespennest stechen?
Wiener Wohnen kümmert sich zwar um schnelle Reparaturen, doch der grundlegende Mangel an Zuständigkeit für die eigentlichen Probleme ist ein ständiges Ärgernis. Vorschläge der FPÖ, wie die Einführung von Begehkarten zur besseren Zutrittskontrolle oder die Erweiterung der Überwachung auf Gangbereiche, könnten vielleicht Abhilfe schaffen. In der Weiglgasse wurden bereits Videokameras in den Müllräumen installiert, allerdings sind Auswertungen nur bei Straftaten erlaubt. Ein wenig frustrierend, wenn man bedenkt, dass viele Probleme bereits im Vorfeld aufgefangen werden könnten.
Gemeinsame Lösungen
Ein Bereich in der Siebeneichengasse wurde sogar eingezäunt, um Sperrmüllablagerungen zu vermeiden. Da kann man schon fragen, ob das wirklich die Lösung aller Probleme ist? Die Wohnhausanlage wird regelmäßig von Ordnungsberatern besucht, um ein Auge auf die Lage zu haben. Am 17. September findet ein Hofgespräch in der Weiglgasse statt, vielleicht eine Gelegenheit für die Anwohner, ihre Sorgen direkt anzusprechen. Das Fair-Play-Team von Juvivo.15, das freizeitpädagogisch mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, hat bisher keine Beschwerden erhalten, wird aber das Beschwerdegebiet verstärkt begehen. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber ob das ausreicht, bleibt abzuwarten.
Hier in Rudolfsheim-Fünfhaus ist die Stimmung angespannt. Die Anwohner wünschen sich nichts sehnlicher, als in einem sicheren und sauberen Umfeld zu leben. Die Frage bleibt, ob die Maßnahmen und Vorschläge der Politik und der Wohnbaugesellschaft tatsächlich etwas bewirken werden oder ob das alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch die Geduld der Menschen hat Grenzen.