Am 8. Mai trat am Westbahnhof ein Alkoholverbot in Kraft. Ein Schritt, der auf den ersten Blick nach einer positiven Maßnahme aussieht, doch die Realität sieht ganz anders aus. Bezirksvorsteher Markus Reiter von den Grünen macht sich Sorgen. Er warnt davor, dass Suchtkranke und der Drogenhandel in die angrenzenden Bezirke Mariahilf, Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus abgedrängt werden könnten. Und tatsächlich haben sich bereits die ersten „Bahnhofs-Vertriebenen“ in dem neuen Wohnprojekt „Sophie 7“ in Neubau niedergelassen. Das klingt alles andere als harmlos.
In der Umgebung des Westbahnhofs gibt es Berichte über Drogengebrauch – inklusive der gefürchteten Drogenspritzen. Die Situation führt zu Bedenken, dass sich das Gebiet in einen neuen Drogen-Hotspot verwandeln könnte. Ein Gedanke, der sicher niemanden kaltlässt. Die Diskussionen über die Lage rund um den Westbahnhof und die U6-Station Gumpendorfer Straße nehmen zu. Was passiert hier wirklich mit der Nachbarschaft?
Die Sorgen der Bezirksvertreter
Die Bedenken sind nicht nur Reiters alleinige Sorge. Auch Judith Pühringer, ebenfalls von den Grünen, äußert sich besorgt über die mögliche Verlagerung der Probleme. Zwei Stimmen, die in diesem Chor nicht allein sind. Kritiker befürchten, dass die Maßnahmen zwar gut gemeint sind, aber die Realität der Betroffenen nicht ausreichend berücksichtigen. Ein neues Stadtviertel, „Sophie 7“, mit einem Kindergarten, 220 Wohnungen und einem Park könnte bald inmitten dieser Herausforderungen stehen.
Stefan Berger von der FPÖ kritisiert die Untätigkeit der Stadt. „Die Bevölkerung wurde im Stich gelassen“, sagt er. Und tatsächlich, die Situation rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer bleibt unverändert, was für viele ein weiteres Ärgernis darstellt. Die Forderung nach einer effektiven Umsetzung der Verbotszonen wird lauter. Ein Aufstocken des Personals bei der Wiener Exekutive scheint unabdingbar. Was bringt das alles, wenn die Exekutive nicht in der Lage ist, die neuen Regeln durchzusetzen?
Politische Reaktionen
Die ÖVP sieht das als notwendigen Schritt, gibt sich aber eher zurückhaltend. Hannes Taborsky und Gerhard Hammerer kritisieren, dass die Schutzzone rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Ein Punkt, der in der Diskussion nicht untergehen sollte. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung die richtigen Schlüsse zieht und nicht nur auf den ersten Blick handelt.
Die Uhr tickt, und während die Stadt sich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzt, bleibt die Frage: Wie weit können wir das Problem wirklich wegschieben, ohne dass es uns irgendwann wieder einholt? In Rudolfsheim-Fünfhaus sind die Menschen gespannt, wie sich die Lage entwickeln wird. Die Sorgen um ihre Sicherheit und die der Nachbarn sind greifbar. Die Stadt hat viel zu tun, und die Zeit wird zeigen, ob die neuen Maßnahmen tatsächlich die gewünschten Ergebnisse bringen.