Penzing im Wandel: Ein Fliegerhorst wird zum Zukunftsprojekt
In Penzing tut sich gerade einiges – und das nicht nur an der frischen Luft, wo die Vögel zwitschern! Der Zweckverband Area 61 hat sich ordentlich ins Zeug gelegt und einen Nachtragshaushalt verabschiedet, der das ursprüngliche Budget von 825.000 Euro auf stattliche 41 Millionen Euro anhebt. Das ist schon ein ganz schöner Sprung, könnte man sagen! Ein großer Teil dieser Summe wird für den Erwerb von 200 Hektar des ehemaligen Fliegerhorsts aufgewendet, was auf dem insgesamt 270 Hektar großen Areal liegt. Man fragt sich natürlich: Was ist da genau los?
Der Kaufpreis für das Areal war lange unklar, und die Verhandlungen waren alles andere als einfach. Penzings Bürgermeister Peter Hammer und Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl hatten alle Hände voll zu tun, um die verschiedenen Unwägbarkeiten zu meistern – vor allem die sich ändernden Bedarfe der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die mögliche militärische Nutzung aufgrund des Ukrainekriegs. Im Moment ist der Notartermin für den Kaufvertrag „sehr, sehr, sehr zeitnah“ angesetzt, aber die finale Genehmigung muss noch vom Bundesfinanzministerium kommen. Ein bisschen wie ein Krimi, oder?
Pläne für die Zukunft
Der Plan sieht vor, dass die Mitarbeiterzahl im Zweckverband von zwei auf fünf aufgestockt wird. Man will ja schließlich die neuen Aufgaben, die mit dem Erwerb des Geländes einhergehen, ordentlich stemmen. Die Planung erfolgt in Fünf-Jahres-Schritten, und der Fokus liegt vorerst auf Gewerbe und Bestandsimmobilien. Wohnraum soll erst in 12 bis 17 Jahren entwickelt werden – das klingt nach einem langen Weg, doch die Weichen werden jetzt gestellt. Dabei wurde auch beschlossen, den Bauturbo nicht anzuwenden, was bedeutet, dass Bauanträge zur Beschleunigung des Wohnungsbaus vorerst abgelehnt werden.
Doch es gibt auch dunkle Wolken am Horizont. Die Bundeswehr hat ein Auge auf das Gelände geworfen und könnte den Fliegerhorst möglicherweise als Kasernenstandort nutzen wollen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bereits angekündigt, die Zahl der Wehrdienstleistenden bis 2031 auf 40.000 Betten auszubauen, was zusätzliche Kasernen erfordert. Das könnte die Pläne des Zweckverbands empfindlich stören, denn die Bundeswehr prüft auch andere Liegenschaften im Portfolio der BImA.
Ein Rahmenplan für die Zukunft
Spannend wird es auch, wenn man einen Blick auf den Rahmenplan wirft, der für die zukünftige Nutzung des Fliegerhorsts entworfen wurde. Darin sind Wohngebäude, Büros, Gastronomie, Sport- und Freizeitzonen sowie sogar ein Hochschul-Campus vorgesehen. Klingt nach einem Ort, der Leben und Vielfalt verspricht! Der Kaufpreis steht allerdings noch unter Vorbehalt der Zustimmung der BImA-Zentrale und des Bundesfinanzministeriums. Das bedeutet, dass hier noch alle Möglichkeiten offen sind.
Die gute Nachricht für die Penzinger ist, dass der Landkreis Landsberg derzeit keine Änderungen im Konversionsprozess sieht. Man geht davon aus, dass die Unterkünfte für geflüchtete Personen auf dem Fliegerhorst weiterhin genutzt werden können. Das gibt Hoffnung für die Menschen, die dringend Wohnraum brauchen. Eine Koexistenz von militärischen und kommunalen Interessen könnte also vielleicht doch möglich sein.
