Rapid Wien im Umbruch: Auf der Suche nach der perfekten Mannschaft
Heute ist der 12.07.2026 und in Hütteldorf brodelt die Stimmung, denn Rapid Wien ist auf der Suche nach der „richtigen“ Mannschaft – und das nur elf Tage vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Ein Testspiel gegen den Zweitligisten Hertha Wels brachte immerhin einen 2:1-Sieg, aber der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich nach dem Spiel, das vor 1.223 Zuschauern stattfand, zwar zufrieden, doch so recht will die Euphorie nicht aufkommen. Die erste Halbzeit endete schließlich mit einem 0:0, was einige Fragen aufwirft.
In der ersten Hälfte war die Intensität nur in den ersten 20 Minuten wirklich spürbar. Rapid hatte zwar Ballbesitz, aber so richtig zündete der Motor nicht. Yusuf Demir vergab die beste Möglichkeit in der 33. Minute mit einem Freistoß, der nur knapp am linken Kreuzeck vorbeischrammte. Man konnte förmlich spüren, wie die Zuschauer mit angehaltenem Atem auf den ersten Treffer warteten. Trainer Thorup wechselte zur Halbzeit die gesamte Mannschaft aus und das brachte frischen Wind ins Spiel.
Ein neuer Schwung und die Tore
Nach der Pause kam Rapid deutlich besser aus den Startlöchern. Eaden Roka brachte die Grün-Weißen in der 47. Minute nach einem Eckball in Führung, und kurz darauf erhöhte Tonni Adamsen in der 68. Minute auf 2:0 – sein erstes Tor im Rapid-Trikot. Die Freude war riesig, und es schien, als wäre die Mannschaft nun endlich aufgewacht. Doch die Erleichterung hielt nicht lange an, denn nur zwei Minuten später verkürzte Din Barlov für Hertha Wels auf 1:2. Damit war der Sieg in der Schlussphase noch einmal in Gefahr.
Die Müdigkeit nach einer intensiven Trainingswoche war den Spielern deutlich anzumerken, und es bleibt abzuwarten, wie schnell sie sich auf die kommenden Herausforderungen einstellen können. Ein Härtetest wartet bereits am Mittwoch gegen Panathinaikos Athen, gefolgt von einem weiteren Spiel gegen den Hamburger SV am Samstag. Und dann ist da ja auch noch die UEFA Conference League – das Pflichtspieljahr beginnt am 23. Juli mit der zweiten Qualifikationsrunde gegen den Sieger aus Penybont (Wales) und Santa Coloma (Andorra).
Aufstellung und künftige Herausforderungen
Rapid spielte in einem 4-2-3-1-System. In der ersten Hälfte standen Bolla, Cvetkovic, Raux-Yao, und Auer in der Abwehr, während das zentrale Mittelfeld durch Amane und Seidl besetzt war. Auf den Flügeln agierten Demir und Nosa Dahl, mit Kara im Sturm. Die zweite Hälfte brachte eine frische Aufstellung: Demir, Schöller, Gröller und Roka in der Abwehr – Schaub und Bajlicz im zentralen Mittelfeld – und Wurmbrand, Tilio und Haidara auf den Flügeln, wobei Adamsen die Spitze bildete. Auffällig bleibt, dass Rapid offenbar noch einen Defensivspieler im zentralen Mittelfeld benötigt, da Martin Ndzie langzeitverletzt ist und Moritz Oswald nicht zum Einsatz kam.
Mit Seidl und Schaub, die auf zentralen Positionen aushelfen müssen, obwohl sie eigentlich weiter vorne spielen sollten, bleibt abzuwarten, ob das Team die richtige Balance findet. Es ist ein aufregendes, aber auch herausforderndes Jahr für Rapid Wien, und die Fans dürfen gespannt sein, wie sich die Mannschaft entwickeln wird. Der Druck ist hoch, aber das Potenzial ist vorhanden. Jetzt heißt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Puzzlestücke an die richtige Stelle zu setzen.
