Im Ludwig-Zatzka-Park in Wien, direkt neben der S-Bahn-Station Breitensee, tut sich was! Ein neuer Nachbarschaftsgarten entsteht, und das ist nicht nur irgendein Garten. Hier sind die Bewohnerinnen und Bewohner des Grätzls gefragt. Sie sollen die Beete bepflanzen und den Garten betreuen – ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Markus Mondre von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung hat beim Eröffnungsfest bereits über die Ziele des Projektes informiert. Das große Ziel: Menschen zusammenzubringen, die gemeinsam gärtnern und sich austauschen möchten. Das klingt doch nach einer wunderbaren Möglichkeit, die Nachbarschaft zu beleben!

Die Fläche für den Garten wurde im Zuge der Umgestaltung des ehemaligen Bahnhofsvorplatzes vorbereitet. Um den Garten wirklich lebendig zu machen, werden weiterhin engagierte Leute gesucht, die sich langfristig um die Fläche kümmern möchten. Wer Interesse hat, kann sich einfach telefonisch, per E-Mail oder sogar persönlich bei der Gebietsbetreuung melden. Und keine Sorge, die Gärtner werden bei den ersten Schritten unterstützt! Bereits zwei Kennenlerntermine fanden statt, bei denen die Teilnehmer Hochbeete bepflanzen und Saatkugeln herstellen konnten. Im Herbst sind dann noch zwei weitere Termine geplant, um genügend Interessierte für die Gründung eines Vereins zu gewinnen.

Ein grüner Trend in der Stadt

Urbane Gemeinschaftsgärten sind in Wien seit etwa 15 Jahren im Trend, mit schätzungsweise 40 bis 50 Nachbarschaftsgärten. Diese Gärten sind viel mehr als nur grüne Flecken in der Stadt: Sie bieten frisches Gemüse, fördern soziale Bindungen und tragen zur lokalen Ernährungssicherheit bei. Das Konzept der Gemeinschaftsgärten hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren in New York, wo verwahrloste Grundstücke in blühende Gemeinschaftsräume umgewandelt wurden. Ein echter Trendsetter! In Europa hat sich dieses Konzept schnell verbreitet und fördert Ökologie, Solidarität und urbane Landwirtschaft.

Ein Beispiel, wie vielfältig Gemeinschaftsgärten sein können, ist der Garten „La Passerelle“ in Corrèze, Frankreich. Hier wird Permakultur betrieben, und es finden regelmäßig Workshops statt, die soziale Inklusion fördern. Das ist genau das, was man sich auch für den neuen Garten im Ludwig-Zatzka-Park wünscht. Auch in Barcelona werden Dächer in Gemeinschaftsgärten umgewandelt, um Lebensmittel anzubauen und die Stadt zu begrünen. Diese Dachgärten verbessern nicht nur die Luftqualität, sondern spenden auch Ernteüberschüsse an Suppenküchen. So wird der Gemeinschaftsgedanke richtig lebendig!

Ein Raum für Experimente

Im Jahr 2014 wurde das Urban-Gardening-Manifest veröffentlicht, das von rund 200 Projekten unterzeichnet wurde und bis heute Beachtung findet. Die Anstiftung sieht urbane Gemeinschaftsgärten als Experimentierräume, die Antworten auf viele gesellschaftliche Fragen bieten. Hier wird nicht nur Gemüse angebaut, sondern auch Wissen interkulturell ausgetauscht. Die Bewirtschaftung dieser Gärten erfolgt oft als Commons, also gemeinschaftlich und für alle zugänglich. Das ist eine Art der Selbstverwaltung, die in der heutigen Zeit mehr denn je gefragt ist.

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Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos! Der neue Nachbarschaftsgarten im Ludwig-Zatzka-Park könnte der perfekte Ort sein, um diese Ideen in die Tat umzusetzen. Wer weiß, vielleicht wird hier bald ein Insektenhotel gebaut oder alte Sorten von Gemüse kultiviert. Das alles könnte nicht nur die Nachbarschaft stärken, sondern auch einen kleinen Beitrag zu einer nachhaltigeren urbanen Zukunft leisten. Und das alles beginnt mit ein paar neugierigen Händen!