Die Hitze hat Wien fest im Griff – das kennt man ja. Aber die Hitzewellen werden nicht nur länger, sie sind auch intensiver geworden. Ein echtes Problem für unsere Spitäler und die Menschen, die dort behandelt werden, vor allem für die älteren und pflegebedürftigen Personen. In den letzten Monaten hat der Obmann der Kurie angestellter Ärzte, Eduardo Maldonado-González, die unzureichende Vorbereitung der Spitäler während der letzten Hitzewelle scharf kritisiert. Er spricht von bedenklichen Zuständen: In einigen Wiener Spitälern stiegen die Temperaturen in den Ambulanzen und Stationen so hoch, dass es gefährliche Situationen gab. Man kann sich vorstellen, wie das für die Patientinnen und Patienten war – nicht gerade ein Wohlfühlort.

Besonders alarmierend war, dass einige Geräte in den Ambulanzen aufgrund der Überhitzung ausfielen oder sogar abgeschaltet wurden. Da fragt man sich, ob wir hier nicht besser vorbereitet sein sollten. Maldonado-González fordert deshalb dringend Maßnahmen und Investitionen. Außenbeschattungen und Klimaanlagen stehen ganz oben auf seiner Liste. Interessanterweise berichtet die Klinik Ottakring, dass sie während der letzten Höchsttemperaturen keine Geräteausfälle oder Versorgungsprobleme hatten. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten war jederzeit sichergestellt, auch wenn die hohen Temperaturen eine echte Herausforderung für den Klinikbetrieb darstellten.

Der Blick in die Zukunft

Die Klinik Ottakring hat einen Maßnahmenplan für zukünftige Hitzewellen in Aussicht gestellt. Kühltücher, Ventilatoren und Kühlgeräte sollen dafür sorgen, dass die Patienten auch bei hohen Temperaturen gut versorgt sind. Zudem wird die Klinik bis 2040 zu einer modernen Zentralklinik umgebaut, die energieeffiziente Kühlung in Patientenzimmern, Untersuchungsräumen und Büros vorsieht. Man kann nur hoffen, dass dieser Umbau nicht zu lange auf sich warten lässt.

Doch nicht nur in Wien ist die Hitze ein Thema. Auch in Deutschland rechnet man aufgrund des Klimawandels mit einer Zunahme extremer Hitze. Die gesundheitlichen Folgen sind erheblich: Hitze kann bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme und Atemwegserkrankungen verschlimmern. Besonders gefährdet sind Menschen mit bestimmten Risikofaktoren. Es ist auch kein Geheimnis, dass in Hitzeperioden die Sterblichkeit steigt. Daher ist effektiver Hitzeschutz unerlässlich. Hitzeaktionspläne, die international als sinnvoll erachtet werden, sollten auch hierzulande zentral koordiniert und intersektoral umgesetzt werden.

Gemeinsam gegen die Hitze

In Deutschland liegt die Verantwortung für den Gesundheitsschutz vor Hitze bei den Ländern und Kommunen. Diese sind gefragt, lokale Hitzemaßnahmen und Hitzeaktionspläne zu entwickeln. 2017 wurden umfassende Empfehlungen zur Erstellung kommunaler Hitzeaktionspläne von Bund und Ländern erarbeitet, die auf einer WHO-Leitlinie basieren. Maßnahmen wie Stadtgestaltung, mehr Stadtgrün und Informationskampagnen sollen helfen, die Bevölkerung vor Hitzephasen zu schützen. Immer mehr Bundesländer und Städte implementieren oder planen solche Aktionspläne.

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Das Bundesministerium für Gesundheit aktualisiert jährlich Maßnahmen im Hitzeschutzplan Gesundheit. Ziel ist, die wissenschaftlichen Kenntnisse über Hitze zu verbessern und bestehende Initiativen besser zu vernetzen. Man könnte sagen, dass der Hitzeeinfluss auf unsere Gesundheit nicht einfach ignoriert werden kann. Wir müssen uns gemeinsam dem Thema stellen, damit wir nicht irgendwann in einem heißen Sumpf aus unvorbereitetem Gesundheitsmanagement enden.