Der Bedarf an Bandbreite und Datenvolumina wächst so rasant, dass man fast Angst um die alten Leitungen haben könnte. Während die physische Infrastruktur weltweit voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Vor allem kleine Regionen und lokale Netzbetreiber stehen vor immensen Herausforderungen. Hier kommt das Wiener Startup fluctus ins Spiel. Sie haben ein neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt, das frischen Wind in die verstaubte Telekommunikationslandschaft bringen könnte.

Das Besondere an fluctus ist ihr „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert und als „Zero-Touch“-Anwendung funktioniert. Das bedeutet, Kunden müssen keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr Netz implementieren. Stattdessen wird der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer ermöglicht. Das ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern könnte auch den Wettbewerb unter Internet Service Providern ankurbeln, was in der Folge zu qualitativ hochwertigen Produkten und niedrigeren Preisen führen sollte.

Eine Lösung für viele Herausforderungen

Das Produkt von fluctus ist speziell für den Glasfaserausbau und -betrieb konzipiert. Die Kernzielgruppe? Netzbesitzer und große Technologieunternehmen. Typische Anwendungsfälle könnten Zusammenschlüsse bislang getrennt strukturierter Regionen sein, um die digitale Kluft zu überbrücken. Monetarisierung erfolgt über Dienstleistungs- und Wartungsverträge, und es gibt drei flexible Modelle für E2E-Deployment und Betrieb. Ihre Preisgestaltung ist gestaffelt nach Unternehmensgröße, plus Projektpauschale pro „Point of Presence“ (POP). So wird selbst der große Technik-Riese nicht von den kleineren Anbietern abgehängt.

Die Entwicklung dieser Technologie war alles andere als ein Zuckerschlecken. Hohe Investitionen und ein Mangel an ausgebildetem Personal stellen massive Hürden dar. Das aws Seedfinancing – Deep Tech hat glücklicherweise die Marktreife der Technologie unterstützt. Doch fluctus hat noch große Pläne: sie möchten sich im DACH-Raum etablieren und auch internationale Märkte erschließen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das man im Auge behalten sollte.

Der Weg zu mehr Auswahl für Verbraucher:innen

Aber was bedeutet das alles für die Verbraucher:innen? Viele fragen sich, ob sie ihren bisherigen Anbieter beim Glasfaseranschluss behalten können. Anders als bei den herkömmlichen DSL-Leitungen, die meist der Deutschen Telekom gehören, gehören Glasfaserleitungen verschiedenen Betreibern. Hier kommt der Begriff „Open Access“ ins Spiel. Das bedeutet, dass ein Betreiber anderen Anbietern die Mitnutzung seiner Glasfaserleitungen erlaubt. Dadurch ergibt sich eine größere Auswahl für Verbraucher:innen, was letztlich den Wettbewerb fördert und bessere Konditionen mit sich bringt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Zugang zu Open Access hängt jedoch oft vom Ausbau ab. Bei eigenwirtschaftlichem Ausbau, wo Unternehmen auf eigene Kosten bauen, haben Verbraucher:innen keinen Anspruch auf Open Access. Bei gefördertem Ausbau, bei dem der Staat in wirtschaftlich unattraktive Regionen investiert, müssen Betreiber jedoch anderen fairen Zugang gewähren. Das klingt gut, doch selbst hier kann es vorkommen, dass kein anderer Anbieter für eine Kooperation gefunden wird, was die Auswahl drastisch einschränken kann. Auch wenn der Hausanschluss durch staatliche Förderung grundsätzlich kostenlos ist, fallen dennoch monatliche Tarifkosten an.

Die Bundesnetzagentur hat bereits eingegriffen, um sicherzustellen, dass die Vorgaben im geförderten Ausbau eingehalten werden. In einem Fall wurde entschieden, dass ein Telekommunikationsunternehmen anderen Anbietern Zugang gewähren muss. Man sieht also, die digitale Welt ist im Wandel, und mit innovativen Lösungen wie denen von fluctus könnte der Weg zu einem faireren und offeneren Zugang zu Breitbanddiensten geebnet werden. Die Zukunft der Telekommunikation könnte tatsächlich spannender werden, als manch einer denkt.