In der Wiener Innenstadt, wo der Puls der Stadt nie stillsteht, steht der Schillerhof seit etwa sechseinhalb Jahren leer. Ein Gebäude mit Geschichte, das 1870 erbaut wurde und nach dem berühmten Dramatiker Friedrich Schiller benannt ist. Was für eine Ironie, dass dieses prächtige Bauwerk, einst Sitz des Verfassungsgerichts und später der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), nun brachliegt. Die letzten ÖBB-Mitarbeiter zogen Ende 2019 in die neue Zentrale am Wiener Hauptbahnhof um und seitdem ist es still geworden. Fast 16.000 Quadratmeter im Neo-Renaissance-Stil warten darauf, wiederbelebt zu werden.

Die ÖBB gibt an, dass der Leerstand teilweise durch die Corona-Pandemie verursacht wurde. Ein geplanter Hotelumbau wurde während der Pandemie als wenig nachgefragt erachtet und so wurde das Konzept auf Eis gelegt. 2022 wurde sogar eine Ausschreibung für ein neues Nutzungskonzept gestartet, die aufgrund externer Faktoren wie der Ukraine-Kriegs-bedingten Zinswende und steigenden Baukosten ohne Zuschlag beendet wurde. Ein wenig frustrierend, oder? Experten schätzen den Verlust an Mieteinnahmen bis 2030 auf mindestens 50 Millionen Euro. Ein echter Batzen Geld, der da verloren geht!

Die Zukunft des Schillerhofs

Aktuell haben die ÖBB einen Plan geschmiedet: Rund 17.000 Quadratmeter Büro- und Geschäftsflächen sowie 800 Quadratmeter Gewerbeflächen und 2.000 Quadratmeter Lagerflächen sollen entstehen. Ein Dachgeschossausbau ist ebenfalls in der Pipeline. Die Erdgeschosszone des Schillerhofs war in den letzten Jahren durchgehend vermietet, doch der Großteil des Gebäudes bleibt ungenutzt. Warum nur? Ein ÖBB-Sprecher argumentiert, dass die Berechnungen für die Verluste auf Mieten für renovierte Objekte basieren. Das klingt ein bisschen nach Ausrede, oder?

Die ÖBB plant, das Gebäude bis Ende 2030/31 zu renovieren und hochwertige Büros anzubieten. Die Ausschreibung für die Büroflächen läuft bereits. Man könnte fast meinen, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist, um den Schillerhof wieder in den Stadtkörper einzugliedern. Bei all diesen Entwicklungen muss man sich fragen, ob die ÖBB ihr Immobilienmanagement professionell genug betreibt. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, wertvolle Immobilien in den teuersten Lagen verkommen zu lassen. Ein weiteres ungenutztes Objekt, die Mariannengasse 16-20, steht seit 2009 leer und der Verlust an Mieteinnahmen wird auf rund 60 Millionen Euro über 20 Jahre geschätzt. Das ist schon fast skandalös!

Ein Blick in die Zukunft

Die ÖBB haben große Pläne, sie streben an, bis 2025 aus Immobilienerträgen einen Umsatz von 200 Millionen Euro zu erwirtschaften. Der Leerstand wird als notwendig erachtet, jedoch versucht man, diesen so gering wie möglich zu halten. Der Schillerhof könnte eine neue Blüte erleben, wenn die Pläne erfolgreich umgesetzt werden. Doch bis dahin bleibt es spannend. Die Frage ist: Wird Wien bald wieder ein lebendiges Herz im Schillerhof schlagen oder bleibt das Gebäude ein stiller Zeuge vergangener Zeiten? Die Zeit wird es zeigen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren