In Wien-Meidling hat sich am 12. Mai ein Vorfall abgespielt, der für viel Aufregung sorgt. Während eines IT-Lehrgangs zeigte ein 15-jähriger Schüler sein iPhone – und das war der Auslöser für eine ziemlich unerfreuliche Eskalation. Der Lehrer, der offenbar mit der Präsentation des Schülers nicht zufrieden war, schnappt sich das Handy und wirft es kurzerhand aus dem Fenster – aus dem zweiten Stock, wohlgemerkt! Spätestens da fragt man sich: Wo sind wir hier gelandet? Im Kindergarten oder in einer Schule?

Der Schüler musste dann tatsächlich unten sein zerstörtes iPhone holen. Man kann sich vorstellen, wie er mit hängendem Kopf nach Hause ging. Der Vater des Schülers war wenig erfreut über diesen Vorfall und suchte das Gespräch mit dem Schuldirektor. Dabei äußerte er Bedenken über mögliche bleibende Schäden für seinen Sohn und sprach von Mobbing – eine Situation, die nicht nur einen Schüler, sondern die gesamte Schulgemeinschaft betrifft.

Ein besorgniserregender Trend

Dieser Vorfall ist nicht der einzige, der in den letzten Wochen für Aufsehen sorgt. Vor einer Woche wurde ein Lehrer an der HTL Wien-Ottakring suspendiert, nachdem er einem Schüler ins Gesicht gespuckt hatte. Ja, richtig gelesen! Das lässt einen schon etwas schaudern. Und in der HTL Wien-Donaustadt gab es ebenfalls einen Vorfall, der durch ein Handyvideo dokumentiert wurde. Ein Schüler warf einen vollen Mülleimer nach einem Lehrer, der gerade an der Tafel schrieb. Der Lehrer blieb zwar zunächst ruhig, reagierte dann aber mit dem Auswerfen der Schülergegenstände aus dem Fenster – ein bisschen wie im Kindergarten, oder?

Wilhelm Bonatz, der Direktor der HTL Wien-Donaustadt, erklärte, dass solches Verhalten in Klassen, in denen ein Klassenverband gebildet werden muss, „häufig“ vorkommt. Das klingt fast schon nach einer Entschuldigung. Der betroffene Schüler hat sich nach einem Gespräch mit der Schule am nächsten Tag abgemeldet. Man fragt sich, was hier schief läuft. Ist das nur ein Einzelfall oder ein Zeichen dafür, dass etwas in unserer Schulkultur nicht stimmt?

Die dunkle Seite der Schulzeit

Gewalt an Schulen ist ein ernstes Thema, das verschiedene Formen annehmen kann. Laut einer Handreichung der Polizei wird zwischen verbaler Gewalt, körperlicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und Mobbing unterschieden. Und Mobbing hat bekanntlich viele Gesichter – oft wird es von Gruppen ausgeführt, die hilflose Personen ins Visier nehmen. Das Deutsche Schulbarometer hat ermittelt, dass zwischen 6 und 23 Prozent der Schüler zumindest einmal im Monat Mobbing erleben. Das sind alarmierende Zahlen!

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Judith Strieder, eine Psychologin und Betroffenenberaterin, empfiehlt Lehrkräften, sich über digitale Gewalt zu informieren und aktiv mit Jugendlichen darüber zu sprechen. Schließlich leben wir in einer digitalisierten Welt, in der Cybermobbing immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Initiative JUUUPORT bietet Workshops an Schulen an und bildet Jugendliche zu Scouts aus, die Gleichaltrigen helfen können. Ein Schritt in die richtige Richtung, um das Schulklima zu verbessern!

Inmitten all dieser Vorfälle plant Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) einen Neun-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Gewalt an Schulen. Der Plan umfasst „Time-Out-Gruppen“ für verhaltensauffällige Schüler – eine Art Auszeit in kleinen Gruppen. Ein Pilotprojekt soll die Wirksamkeit dieses Plans an den HTLs in Wien testen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Maßnahmen nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern tatsächlich zu einer Verbesserung der Schulsituation beitragen können.