In der Bezirksvertretung Meidling brodelte es ordentlich. Bei der letzten Sitzung ging es um die Zukunft des öffentlichen Raums – ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Im Mittelpunkt standen das geplante „Low-Traffic-Grätzl“ rund um die Wolfganggasse und die Umgestaltung der Meidlinger Hauptstraße. Bezirksvorsteher Wilfried Zankl von der SPÖ trat für das Projekt ein, das eine Verkehrsberuhigung in den Straßen Längenfeldgasse, Steinbauergasse, Siebertgasse und Arndtstraße vorsieht. Ja, das klingt nach einer Erholung für alle Fußgänger und Radfahrer!

Aber nicht alle sind begeistert. Die FPÖ, die ein wenig Skepsis in die Runde brachte, thematisierte eine mögliche Ablehnung. Zankl hingegen berichtete von viel Zustimmung aus der Bevölkerung. Ein bisschen Politik-Roulette, könnte man sagen. Ein Wermutstropfen bleibt: In der geplanten Fußgängerzone fallen acht Stellplätze weg – das stößt einigen sauer auf. Und dann sind da auch noch die Kosten: Rund 330.000 Euro für das ganze Projekt. Da wird natürlich auch der Geldbeutel besorgt angeschaut. Die Grünen forderten zusätzlich eine stärkere Begrünung und Abkühlung der Meidlinger Hauptstraße, mit dem Ziel, einen „Klimaboulevard“ zu schaffen, der nicht nur gut aussieht, sondern auch etwas für unser Klima tut.

Ein Pilotprojekt mit vielen Facetten

Das Projekt wurde von Fachleuten der MA 18 – das sind die Stadtentwickler – ausgewählt und soll als Pilotprojekt dienen. Ein echter Testballon, der zeigen soll, wie man den öffentlichen Raum aufwerten kann. In der Sitzung wurden übrigens vier Resolutionsanträge angenommen, während 21 weitere Anträge den entsprechenden Kommissionen zugewiesen wurden. Das zeigt: Die Debatte über die Nutzung des öffentlichen Raums im Bezirk ist noch lange nicht vorbei. Die Frage bleibt, wie viel Parkplatz wir bereit sind, für mehr Lebensqualität im Stadtbild zu opfern. Ein spannendes Dilemma, das viele Städte heutzutage beschäftigt.

Wenn wir einen Blick über die Grenzen von Wien wagen, sehen wir, dass Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in vielen deutschen Städten an immer größerer Beliebtheit gewinnen. Laut einem Difu Policy Paper gibt es zwar einige kritische Stimmen, die argumentieren, dass der Verkehr nicht abnimmt, sondern eher auf benachbarte Straßen ausweicht. Doch die empirischen Befunde zeigen, dass das oft nicht zutrifft. Vielmehr erleben die Städte das Phänomen der „Traffic Evaporation“ – das heißt, dass das Kfz-Verkehrsaufkommen insgesamt verringert wird. Das klingt doch nach einer win-win-Situation für alle, oder?

Die Herausforderungen sind da, keine Frage. Man muss die Bedenken der Anwohner ernst nehmen, aber auch den Trend zur Verkehrsberuhigung im Auge behalten. Es bleibt zu hoffen, dass die Meidlinger Hauptstraße bald nicht nur eine Straße, sondern ein Ort zum Verweilen, Flanieren und Genießen wird. Die Zukunft des öffentlichen Raums in Meidling ist in Bewegung – und das ist erst der Anfang!

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