Ein Priester mit buntem Werdegang: Joachim Losehands Weg von der Kultur zur Kirche
Der 20. Juni war ein ganz besonderer Tag für Joachim Losehand. An diesem Morgen wurde er im Stephansdom von Erzbischof Josef Grünwidl zum katholischen Priester geweiht – ein Moment, der für viele Gläubige ein echtes Halleluja verdient. Losehand, der 1969 in München das Licht der Welt erblickte und seit 1991 in Wien lebt, hat einen bunten Werdegang hinter sich. Vor seiner Weihe war er als Kulturhistoriker aktiv und beschäftigte sich intensiv mit Themen wie Urheberrecht und Medienrecht. Auch in der Politik hat er seine Spuren hinterlassen: Zunächst als Mandatar für die Neos, dann wechselte er zu den Grünen in Mariahilf. Und jetzt? Jetzt ist er Priester.
Seine erste Heilige Messe, die Primiz, feierte Losehand in der Kapelle des AKH. Ein Ort, der nicht nur für medizinische Versorgung steht, sondern auch für menschliche Begegnungen, Ängste und Hoffnungen. Losehand selbst beschrieb in seiner Ansprache, wie wichtig Vertrauen – vor allem in schwierigen Zeiten – ist. Ernestine Radlmaier-Mischling, Teamleiterin der Seelsorge im AKH, ergänzte das Gespräch mit ihren Gedanken über das Erinnerungsvermögen. Es war ein Moment voller Emotionen, der die Anwesenden berührte. Am Ende seiner Primiz spendete Losehand den traditionellen Primizsegen, was den Tag für viele mit einem besonderen Segen krönte. Sein Primizspruch ist ebenfalls bemerkenswert: „Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ Ein Zitat aus dem Johannesevangelium, das seine neue Rolle wunderbar zusammenfasst.
Eine neue Ära für die Erzdiözese Wien
Losehand war jedoch nicht der einzige, der an diesem Tag einen neuen Lebensweg einschlug. Insgesamt wurden im Stephansdom fünf Diakone zu Priestern geweiht. Neben Losehand standen auch Manuel Rennhofer, Cristian Xavier Gonzalez, Richard Andrae und Giovanni Wu auf der Altarstufe. Jeder von ihnen bringt eine ganz eigene Geschichte und Erfahrungen mit. Rennhofer, zum Beispiel, ist erst 23 Jahre alt und hat sein Diakonatsjahr im Pfarrverband am Jakobsweg im Weinviertel verbracht. Gonzalez, der in Arizona geboren wurde, hat an der Hochschule Heiligenkreuz studiert, während Andrae nach einem Jus-Studium zur Theologie fand.
Besonders spannend ist die Geschichte von Giovanni Wu, der aus Harbin in China stammt und momentan Diakon in der Dompfarre Wiener Neustadt ist. Er wird bald seine eigene Primiz feiern – ein Ereignis, das die Vielfalt und Globalität der katholischen Kirche in Wien unterstreicht. Erzbischof Grünwidl hat zudem bereits im April dieses Jahres eine Priesterweihe in der Dominikanerkirche geleitet, wo Dominicus Maria Armbruster zum Priester geweiht wurde. Diese Weihezeremonien sind nicht nur ein Zeichen für den Glauben, sondern auch für die Gemeinschaft, die sich um diese neuen Priester schart.
Mit jedem neuen Priester, der in die Gemeinde eintritt, wird die Möglichkeit geschaffen, ein Stück weit neue Perspektiven und Impulse zu setzen. Es sind diese Menschen, die, egal wo sie herkommen oder welche Wege sie gegangen sind, die Hoffnung und den Glauben der Gläubigen stärken. In einer Zeit, in der viele sich nach Orientierung sehnen, sind solche Geschichten wie die von Joachim Losehand und seinen Mitstreitern ein Lichtblick.
