Staubige Wege: Der Konflikt zwischen Ökologie und Anwohnergesundheit am Liesingbachbegleitweg
Heute ist der 10.07.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Diskussion rund um den Liesingbachbegleitweg. Ein Thema, das schon im Vorjahr für ordentlich Wirbel gesorgt hat, ist der Sandmakadam-Belag, der dort verlegt wurde. Die Anrainer haben sich mittlerweile in einer kleinen Bewegung zusammengefunden, um gegen die anhaltende Staubentwicklung zu protestieren. Denn, wenn es trocken ist, wirbelt der feine Staub ordentlich auf – und das nicht nur beim Joggen oder Radfahren. E-Bikes und E-Scooter tragen ihren Teil dazu bei, und das Ergebnis ist eine sichtbare Staubschicht auf Fahrrädern, Schuhen und sogar auf der angrenzenden Vegetation. Das ist nicht nur lästig, sondern weckt auch die Sorge um die Gesundheit, insbesondere bei Kindern.
Die MA 45 – Wiener Gewässer, die für die Gestaltung des Weges verantwortlich ist, verteidigt den Sandmakadam-Belag vehement. Aus ökologischen Gründen, versteht sich. Die Idee hinter diesem Belag ist es, die Versiegelung von Oberflächen zu vermeiden und eine naturnahe Gestaltung zu fördern. Das Wasser kann durch den Sandmakadam versickern, was für das Grundwasser eine positive Auswirkung hat. Außerdem heizt sich Asphalt im Sommer deutlich stärker auf, was im Winter die Glatteisgefahr erhöht. Aber an dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass die Salzstreuung entlang von Gewässern aus ökologischen Gründen nicht möglich ist. Hier wird also ein Balanceakt zwischen Umweltschutz und der praktischen Nutzung der Wege versucht.
Ein schmaler Grat zwischen Ökologie und Alltag
Die Beschwerden über die Staubentwicklung kamen bereits kurz nach der Fertigstellung des Belags auf. Anwohner berichten von einem ständigen Kampf gegen den Staub – besonders die Familien mit kleinen Kindern sind besorgt. Man fragt sich: Wie kann es sein, dass die Umweltfreundlichkeit in den Vordergrund gestellt wird, während die Gesundheit der Menschen auf der Strecke bleibt? Die MA 45 testet aktuell vier verschiedene Beläge, um eine Lösung zu finden, die sowohl ökologisch als auch alltagstauglich ist. Eine Teststrecke von 80 Metern wurde angelegt, mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ausgestattet. Die Messdaten sollen über drei Jahre gesammelt werden, um herauszufinden, welcher Belag am besten abschneidet.
In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Die Anrainer haben bereits ihre Forderungen laut geäußert, und es wird spannend zu sehen, welche Maßnahmen zur Reduzierung der Staubbelastung tatsächlich umgesetzt werden. Die betroffenen Wegabschnitte, insbesondere zwischen Atzgersdorfer Park und Alterlaa sowie zwischen Möllergasse und Gaulgasse, könnten bald schon ein wenig mehr Beachtung auf sich ziehen. Es bleibt zu hoffen, dass ein Weg gefunden wird, der sowohl den ökologischen Zielen gerecht wird als auch den Bedürfnissen der Anwohner Rechnung trägt. Denn schließlich möchte man ja in einem lebenswerten Umfeld leben und nicht ständig im Staub der Vergangenheit ersticken.
