Heute ist der 11.05.2026 und in Wien ist es ruhig und sonnig, aber es gibt Neuigkeiten, die uns aufhorchen lassen. Ab Herbst wird eine Paketsteuer für Internetbestellungen eingeführt. Ja, richtig gelesen! Die Regierung hat sich auf eine Abgabe von zwei Euro pro Paket geeinigt. Das klingt nach einer kleinen Summe, aber die Einnahmen sollen sich auf etwa 280 Millionen Euro jährlich summieren. Das Geld wird zur teilweisen Finanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel verwendet. Ein cleverer Schachzug, wenn man bedenkt, wie wichtig der Einkauf von Lebensmitteln für die heimischen Haushalte ist.
Die anfängliche Idee war, nur Sendungen aus Drittstaaten zu besteuern, doch das war rechtlich nicht umsetzbar. Also muss jetzt jeder Versandhändler, der mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz macht, in die Tasche greifen. Dazu zählen große Namen wie Temu und Shein, aber auch heimische Größen wie die Otto Austria Group und Electronic4you. Und nicht zu vergessen: Rund 4000 österreichische Händler, die über große Plattformen verkaufen, werden ebenfalls betroffen sein. Aber keine Sorge, wenn du deine Einkäufe im Geschäft machst und die Ware dir direkt nach Hause geliefert wird, bleibst du von dieser Abgabe verschont.
Details zur Paketsteuer
Interessant ist auch, dass die Versandhändler entscheiden können, ob sie die Steuer pro Bestellung oder pro Paket abrechnen. Das könnte die Preispolitik der Händler durchaus beeinflussen. Im Kontext der gesamten Steuern ist zu beachten, dass Verpackung und Versandkosten ebenfalls unter die Umsatzsteuer fallen. Die Höhe dieser Mehrwertsteuer hängt vom bestellten Produkt ab. Ein Buch mit 7% Mehrwertsteuer zieht auch gleich 7% auf die Versandkosten nach sich. Das ist ein weiterer kleiner Kostenfaktor, den man beim Online-Shopping nicht unterschätzen sollte.
Aber das Ganze hat nicht nur Auswirkungen auf die Käufer. Auch die Händler müssen sich darauf einstellen, ihre Preisstrukturen möglicherweise umzustellen. Kleinunternehmer, die unter einer bestimmten Umsatzgrenze bleiben, haben es da leichter, denn sie sind von der Umsatzsteuer befreit. Aber Vorsicht: Die Grenze liegt bei 30.000 Euro netto pro Jahr. Und wenn du im Jahr vorher nicht weniger als 17.500 Euro Umsatz erzielt hast, bist du ebenfalls von der Steuerpflicht befreit. Das klingt kompliziert, aber für viele Einzelhändler ist das eine echte Entlastung.
Finanzierung der Steuersenkung
Die politische Landschaft ist in Bewegung. Im Januar 2026 kündigte die Regierung eine Steuersenkung der Umsatzsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab Juli an. Ein Gesetzesentwurf dazu wurde bereits zur Begutachtung in den Nationalrat geschickt. Insgesamt kostet diese Steuersenkung jährlich etwa 400 Millionen Euro. Bisher gibt es allerdings noch keine Informationen zur Gegenfinanzierung. Ein geplanter Beitrag durch eine Abgabe auf nicht recycelbares Plastik scheiterte am Widerstand der Industrie. Das zeigt, wie komplex das Zusammenspiel von Steuern und Finanzierungsmodellen ist.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Paketsteuer auf die Kaufgewohnheiten der Wienerinnen und Wiener auswirken wird. Wird sie uns dazu bringen, wieder mehr in den Geschäftslokalen zu shoppen oder werden wir weiterhin die Vorzüge des Online-Shoppings genießen? Die Zeit wird es zeigen. Eines ist sicher: Die nächsten Monate versprechen spannend zu werden!