In Wien wird jetzt richtig aufgerüstet! Die Wien Energie hat mit dem Betrieb von 13 neuen Landstrom-Anlagen in der Donaustadt und Landstraße ein echtes Zeichen für die Umwelt gesetzt. Am Schifffahrtszentrum Reichsbrücke und im Hafen Freudenau können die Kabinenschiffe nun mit 100 Prozent Ökostrom versorgt werden. Das Ziel? Eine beeindruckende Vermeidung von rund 17.350 Tonnen CO₂ pro Jahr. Das ist ungefähr so viel, wie mehr als eine Million Bäume in einem Jahr binden können. Wenn das mal nicht nach einem Grund zum Feiern klingt!
Bisher sah die Sache anders aus: Dieselgeneratoren waren die Hauptstromquelle für die Schiffe, die jährlich etwa 2.700 Mal im Schifffahrtszentrum Reichsbrücke anlegen. Diese Schiffe bringen rund 413.000 Besucher*innen nach Wien. Und die brauchen ordentlich Strom – ein durchschnittliches Kabinenschiff verbraucht so viel Energie, wie ein österreichischer Haushalt in einem ganzen Jahr. Mit der neuen Infrastruktur wird nicht nur der Betrieb während der Liegezeiten nachhaltiger, auch Lärm und Abgase im Hafen sollen spürbar reduziert werden. Das klingt nach einem richtigen Gewinn für alle!
Die Technik dahinter
Die neue Infrastruktur beruht auf standardisierten Powerlock-Anschlüssen und ermöglicht es, bis zu 50 Schiffe gleichzeitig mit Landstrom zu versorgen. Um das Ganze auch transparent zu gestalten, erfolgt die Abrechnung nach abgegebenen Kilowattstunden. Insgesamt wurden für dieses Projekt, das unter dem Namen „Renewable Shore Power – Vienna Pier“ läuft, rund 25.000 Meter Kabel verlegt. Ein ganz schöner Brocken an Arbeit!
Das Projekt wird zudem aus dem EU-Förderprogramm Connecting Europe Facility kofinanziert. Wien reiht sich damit in eine Reihe von Städten ein, die auf Landstrom setzen – ein Trend, der in vielen europäischen Häfen an Fahrt gewinnt. Auch in Hamburg wird so etwas Ähnliches angestoßen, dort sind die Pläne für eine Direktversorgung mit Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen bereits in der Pipeline. Man sieht also: Der Wind der Veränderung weht kräftig und das nicht nur in Österreich.
Ein Blick über die Grenzen
Wenn wir nach China blicken, sehen wir, dass das Land bei der Landstromversorgung in Containerhäfen eine Vorreiterrolle einnimmt. Auch einige Häfen in Nordamerika haben mittlerweile Landstrominfrastruktur installiert. In Kalifornien ist die Landstromversorgung seit 2023 Pflicht – der Druck auf nachhaltige Lösungen wächst. Und das ist auch gut so! Die Umstellung auf Landstrom ist zwar mit einem erheblichen Aufwand für Reedereien verbunden, aber der Nutzen für die Umwelt ist unbestritten. Die Kosten für die Umrüstung der Schiffe können bis zu einer Million US-Dollar betragen, aber das ist es wert, wenn man die Luftqualität und den Lärm im Hafen bedenkt.
Schließlich investieren viele Reedereien in die Umrüstung ihrer Flotten und statten neue Schiffe gleich mit Landstromanlagen aus. Bei Hapag Lloyd ist die Nutzung von Landstrom im Neubau mittlerweile Standard. Es ist also an der Zeit, dass wir uns auch hier in Wien für eine grünere Zukunft starkmachen! Es bleibt spannend, wie sich dieses Thema in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.