Heute, am 15. Mai 2026, gibt’s in der Josefstadt eine Geschichte, die uns alle aufhorchen lässt. Am Landesgericht in Wiener Neustadt findet der zweite von insgesamt fünf Verhandlungstagen im Terrorprozess gegen den 21-jährigen Beran A. statt. Und der Anlass? Ein vereitelter Anschlag auf ein Konzert von Taylor Swift, das für den 9. August 2024 geplant war. Ein Konzert, das, wie wir wissen, aufgrund von Terrorgefahr abgesagt werden musste. Man kann sich kaum vorstellen, welch eine Welle an Emotionen und Sorgen dies in der Stadt ausgelöst hat.
Beran A. hat vor Gericht gestanden, dass er einen islamistisch motivierten Anschlag auf das Konzert im Ernst-Happel-Stadion geplant hatte. Der Grund? Berühmt werden, sagt er. Ein schockierender Grund, wenn man bedenkt, dass er nicht allein war. Zusammen mit zwei weiteren Männern, Arda K. und Hasan E., soll er auch Anschläge in Mekka, Istanbul und Dubai geplant haben – was er allerdings vehement bestreitet. Seine Anwältin, Anna Mair, bleibt während der Verhandlung gelassen an seiner Seite. Sie hat sich auf Terrorismus und Extremismus spezialisiert und kennt die Materie bestens.
Ein Blick hinter die Kulissen
Anna Mair ist eine bemerkenswerte Frau. Sie hat nicht nur die Ruhe weg, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Gefahren, die mit extremistischen Ideologien verbunden sind. Mair betont, dass sie nicht über ihre Klienten urteilt, so schwer es auch sein mag. „Ich habe Zugang zu einer schwer erreichbaren Szene“, erklärt sie, während sie mit den Herausforderungen kämpft, die ihre Arbeit mit sich bringt. Regelmäßig erhält sie Hass und Drohungen, darunter sogar frauenfeindliche Beschimpfungen. Ein echtes Zeichen unserer Zeit, wenn man darüber nachdenkt.
Beran A. saß 20 Monate in Einzelhaft, und jetzt ist er in Wiener Neustadt inhaftiert. Er hat gestanden, dass Religion für ihn lange Zeit keine Rolle spielte, sich dies jedoch Anfang 2024 ändern sollte – beeinflusst von Islamisten. Besonders tragisch ist, dass er sich mit dem Terroranschlag von 2020 in Wien beschäftigt hat, der durch einen Täter aus seinem Nachbardorf in Nordmazedonien verübt wurde. Da wird einem ganz anders, wenn man sieht, wie ein einzelnes Ereignis so viele Leben beeinflussen kann.
Die Terrorgefahr und ihre Wurzeln
Die Staatsanwaltschaft hat ernsthafte Vorwürfe gegen Beran A. erhoben. Eine fast fertige Schrapnell-Bombe wurde in seinem Elternhaus gefunden, und er hatte versucht, eine Handgranate sowie Schusswaffen zu kaufen. Sein konkretes Ziel? Die Fans vor dem Konzertgelände, mit einem geplanten Attentat, bei dem er mit einem Auto in die wartende Menge rasen wollte. Ein grausamer Plan, der zum Glück rechtzeitig gestoppt werden konnte, nachdem die österreichischen Behörden durch Hinweise des US-Geheimdienstes informiert wurden.
Aber was geschieht mit jungen Menschen, nachdem sie aus der Haft entlassen werden? Anna Mair äußert Bedenken, dass sie ohne Perspektiven zur Gefahr werden könnten. „Die Möglichkeit der Deradikalisierung hängt stark von der Schwere der Radikalisierung und dem Alter der Betroffenen ab“, sagt sie. Das ist eine gewichtige Aussage, die uns alle angeht. Es ist wichtig, dass wir nicht nur über die Täter sprechen, sondern auch darüber, wie wir verhindern können, dass junge Menschen in solche Abgründe fallen.
Prävention und Verantwortung
In Deutschland gibt es verschiedene Projekte zur Extremismusprävention, die sich mit genau diesen Themen beschäftigen. Das Projekt Kontrolle Internetpropaganda (KIP) hat das Ziel, Instrumente zu entwickeln, um Risikogruppen, insbesondere im Jugendvollzug, zu helfen. Ein systematisches Internetmonitoring soll relevante Themen identifizieren und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Solche Initiativen sind notwendig, um das Bewusstsein zu schärfen und die Medienkompetenz unter Jugendlichen zu stärken – ein wichtiger Schritt, um die Wurzeln des Extremismus zu bekämpfen.
In dieser komplexen Welt müssen wir alle mit Bedacht handeln. Ob am Gericht oder in der Gesellschaft. Jeder von uns trägt Verantwortung. Die Geschichten von Beran A. und seiner Anwältin sind nicht nur Einzelfälle, sie sind Teil eines größeren Ganzen. Und das sollten wir nicht vergessen.