In der malerischen Salzburger Altstadt wird demnächst das Kapitel der kostenlosen Pissoirs endgültig geschlossen. Männer, die bisher ihre Geschäfte im Freien ganz ohne Gebühren erledigen konnten, müssen ab dem kommenden Jahr ebenfalls zur Kasse bitten. Ein einheitlicher Preis von einem Euro für die Nutzung öffentlicher Toiletten wird eingeführt. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, die Gebühren für öffentliche Toiletten zu verdoppeln, was die bisherigem 50 Cent für Frauen auf einen Euro anhebt. Das betrifft vor allem die Anlage bei den Dombögen, die bislang als letzte Bastion der kostenlosen Pissoirs galt.

An dieser Stelle war es Zeit für eine kleine Revolution, findet auch Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ Plus). Er spricht von einer langen Debatte über die Ungleichbehandlung, die nun endlich ein Ende findet. Das Argument, dass Männer für Pissoirs nicht zahlen müssen, während Frauen für die Nutzung von WCs zur Kasse gebeten werden, hat viele Salzburgerinnen und Salzburger beschäftigt. Komischerweise musste das Thema immer wieder auf den Tisch, und nun steht die Umstellung bevor.

Sanierungen in der Altstadt

Die geplanten Sanierungen der öffentlichen Toiletten werden bis 2027 abgeschlossen sein. Ab September 2023 geht es los mit der Erneuerung der Toiletten beim Mirabellgarten und in der Philharmonikergasse. Auch in den Dombögen, dem Vogelhaus und am Neutor stehen Renovierungsarbeiten an – vorausgesetzt, dass es keine Komplikationen durch den Festspielumbau gibt. Es gibt also viel zu tun, und die Stadt möchte die sanitären Anlagen auf Vordermann bringen. Die Einführung eines neuen bargeldlosen Bezahlsystems soll die Zahlung vereinfachen – eine willkommene Neuerung für all jene, die gerne ohne Kleingeld in der Hosentasche unterwegs sind.

Die Situation ist nicht nur ein Thema für die Einheimischen, sondern betrifft auch die zahlreichen Besucher, die während der Festspielzeit in die Stadt strömen. Die Angleichung der Gebühren könnte dazu führen, dass Tagestouristen stärker zur Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur beitragen. Ein Punkt, der nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Bürger selbst beschäftigt. Kritiker haben die unterschiedliche Handhabung der WC-Gebühren immer wieder angeprangert, und es wird Zeit, dass hier für alle dieselben Regeln gelten.

Ein Blick in die Zukunft

Ein weiterer Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte: Während in der Altstadt die Gebühren steigen, bleiben die Toilettenanlagen in den anderen Stadtteilen weiterhin kostenlos. Das ist ein kleiner Trost für all jene, die nicht in die Innenstadt reisen. Doch die Diskussion um die WC-Gebühren ist nicht neu in Österreich. Sie hat viele Gemüter erhitzt und wird wohl auch in Zukunft für Gespräche sorgen. Die Volksanwaltschaft hat bereits kritisiert, dass Frauen oft für öffentliche Toiletten bezahlen müssen, während Männer die Pissoirs kostenlos nutzen konnten. Eine Frau hatte sogar angekündigt, rechtlich gegen das unterschiedliche Gebührenmodell vorzugehen. Die neuen Regelungen dürften also auch in dieser Hinsicht eine Erleichterung bringen und mehr Gleichheit schaffen.

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Im Endeffekt wird die Salzburger Altstadt bald nicht nur schöner, sondern auch fairer für alle. Ob das den Besuchern des Residenzplatzes und den schmalen Gassen gefallen wird, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Die Zeiten der kostenlosen Pissoirs sind bald Geschichte – und das sorgt für frischen Wind in der Diskussion um öffentliche Toiletten in Salzburg.