Heute ist der 9. Juni 2026 und in Wien, Österreich, brodelt die Stimmung. Die Stadt ist im WM-Fieber, die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist förmlich greifbar. Doch für Christoph Baumgartner, einen der hoffnungsvollsten Spieler der österreichischen Nationalmannschaft, ist die Stimmung trüb. Verletzungsbedingt fällt er für das Turnier aus und bezeichnet diesen Rückschlag als „der schwerste Tag in meiner Karriere“. Ein harter Brocken für einen jungen Spieler, der auf der großen Bühne glänzen wollte.
Die letzte Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft an einer WM war 1998 in Frankreich. Ein Jahr, das für viele Fans und Spieler unvergesslich bleibt. Franz Wohlfahrt, der damals als Torhüter im Kader war, erinnert sich lebhaft an diese Zeit. Er beschreibt die Weltmeisterschaft als das Größte, was ein Spieler erleben kann, aber gleichzeitig auch als zweischneidiges Schwert. Wohlfahrt war Teil des Kaders, wurde aber nicht eingewechselt. Das ist schon ein seltsames Gefühl – als Teil des Teams, aber doch vom Geschehen ausgeschlossen.
Erinnerungen an die WM 1998
Die Spieler waren damals vor der WM lange von der Außenwelt und ihren Familien abgekapselt. Wohlfahrt war Spielersprecher und erinnert sich an Diskussionen zwischen dem Trainerteam und dem Spielerrat. Die Nationalmannschaft hatte eine beeindruckende Unterkunft in einem Schloss in Margaux, bewacht von einer Spezialeinheit. Das klingt fast wie im Film, oder? Trotz der Rivalität hatte er eine gute Beziehung zu seinen Mitspielern. Es gab sogar einen Vorfall, bei dem er und einige Kollegen mit Polizisten in einer Bar Bier tranken, nur vier Tage vor einem wichtigen Spiel.
Österreich spielte 1998 in Gruppe B gegen Chile, Italien und Kamerun. Leider schied die Mannschaft nach zwei Unentschieden und einer Niederlage gegen Italien aus. Da bleibt einem nur die Hoffnung, dass die heutige Mannschaft das erste Spiel gegen Jordanien am 17. Juni gewinnt. Wohlfahrt hat das Spiel fest im Blick und plant, es beim Public Viewing in Wien zu verfolgen. Ein echter Fan eben!
Ein Blick auf die Zukunft
Die WM-Geschichte Österreichs ist reich an Höhen und Tiefen. Die erste WM fand 1930 in Uruguay statt, und Österreich war damals nicht dabei. Doch schon 1934 gelang die Qualifikation für die erste WM in Europa. Matthias Sindelar, ein Name, der vielen noch in Erinnerung ist, wurde Österreichs erster WM-Torschütze. Im Laufe der Jahre gab es viele weitere Teilnahmen, einige mit glorreichen Momenten – wie 1954, wo Österreich im Viertelfinale gegen die Schweiz triumphierte.
Doch die letzten Jahre waren für den österreischen Fußball eher durchwachsen. Von 2002 bis 2022 qualifizierte sich die Nationalmannschaft nicht für mehrere Weltmeisterschaften und fiel aus den Top-20 der ewigen Rangliste. Die letzten Nominierungen waren oft von Enttäuschungen geprägt. Ein ständiges Auf und Ab, das die Leidenschaft der Fans auf eine harte Probe stellt.
Jetzt, wo die WM 2026 vor der Tür steht, bleibt die Frage: Kann Österreich zurück zu alter Stärke finden? Mit einem Ausfall wie Baumgartner ist das nicht gerade einfacher. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und vielleicht erleben wir bald wieder unvergessliche Momente, die uns für immer im Gedächtnis bleiben. So wie die Erinnerungen von Wohlfahrt an die WM 1998 – ein Kapitel, das für immer mit dem österreichischen Fußball verbunden sein wird.
