Schöcklkreuz: Zwischen Wanderfreude und Verkehrschaos
Am Schöcklkreuz, das sich auf 1125 Metern Höhe erhebt, wo der Blick über die malerische Landschaft schwebt, tummeln sich nicht nur die Wanderer, sondern auch unzählige Naturliebhaber. Der Ort hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Ausgangspunkt für Ausflüge entwickelt. Doch die Idylle wird nun ein wenig getrübt: Die Verkehrsverbund hat die Busverbindungen aus Graz zur Linie 250 drastisch reduziert. Ab Sonntag, dem 12. Juli, gibt es unter der Woche keine direkte Verbindung mehr zum Schöcklkreuz. Das bedeutet für viele Wanderbegeisterte, dass sie an der Reha-Klinik in St. Radegund umsteigen müssen und dort eine längere Wartezeit in Kauf nehmen dürfen. Die Rückfahrt nach Graz ist zudem nur um 13:07 Uhr möglich – das kann schon mal stressig werden!
Die Entscheidung, die Verbindungen zu kürzen, kam nicht aus heiterem Himmel. Seit zwei Jahren gibt es Parkgebühren, die aufgrund des hohen Andrangs und des daraus resultierenden Parkchaos eingeführt wurden. Immerhin bleibt der Schöckl unter der Woche weiterhin gut erreichbar – die Talstation der Schöckl-Seilbahn öffnet ab 8:20 Uhr ihre Pforten, und die Seilbahn selbst ist von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis mindestens 16:30 Uhr in Betrieb. In der Wandersaison sogar bis 18 Uhr! Die ruhigen Wochentage sind also nicht ganz verloren.
Wochenendfreuden und bessere Anbindungen
Für all jene, die es sich am Wochenende einrichten können, gibt es glücklicherweise ein besseres Busangebot: Stündliche Verbindungen ab 6:32 Uhr vom Jakominiplatz in Graz versprechen einen entspannten Start in den Tag. Auch die Rückfahrten sind regelmäßig – ab 8 Uhr geht’s zurück. Die Busse, die an den Wochenenden eingesetzt werden, sind 15 Meter lang, um die Fahrgastkapazitäten zu erhöhen. Das ist doch mal ein Lichtblick! Vielleicht wird das die Wanderer motivieren, die Natur zu genießen, anstatt im Stau zu stehen.
In einer Zeit, in der das Bewusstsein für den Klimaschutz wächst, ist es wichtig, dass der Zugang zu Naturräumen wie dem Schöcklkreuz nicht nur erhalten bleibt, sondern auch gefördert wird. Der Deutsche Wanderverband hat im Rahmen der Woche für „Mobilität und Klimaschutz“ wichtige Forderungen aufgestellt. Es wird ein institutionelles Management der Wander- und Fußwegeinfrastruktur gefordert, das die Belange aller Nutzergruppen berücksichtigt. Es ist klar, dass attraktive und sichere Fußwegenetze und Grünflächenverbindungen notwendig sind, um den Fußverkehr zu fördern. Das gilt auch für die Gebiete rund um Wien und Graz, wo Naturerlebnisse und städtische Mobilität Hand in Hand gehen sollten.
In der aktuellen Situation zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, die Wanderinfrastruktur nicht aus den Augen zu verlieren. Der Schöckl bleibt ein beliebtes Ziel, aber die Herausforderungen, die sich durch die veränderten Busverbindungen ergeben, müssen ernst genommen werden. Vielleicht findet sich ja bald eine Lösung, die sowohl den Bedürfnissen der Wanderer als auch den Anforderungen an den Klimaschutz gerecht wird. Denn eines ist sicher: Die Natur ruft und es wäre schade, wenn wir ihr nicht mehr folgen könnten.
