Heute ist der 29.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die unsichtbaren, aber unentbehrlichen Strukturen, die unseren Alltag in Unter St. Veit prägen. Die Kanalisation hier wird oft mit dem Blutkreislauf einer Stadt verglichen – und das hat schon seinen Grund! Abwasser fließt durch ein weit verzweigtes Netz aus Rohren zur Kläranlage, nicht anders als das Blut durch unsere Adern. Der Weg beginnt ganz banal mit einem Druck auf die WC-Spülung, die das Abwasser über den Hauskanal in den Hauptkanal befördert. Ein ganz normaler Vorgang – doch was passiert dann?

In der Innenstadt von St. Veit gibt es Mischwasserkanäle, die Regenwasser und Abwasser vereinen. Das Kanalisationsnetz, das wir heute nutzen, wurde ab den 1960er Jahren errichtet, und einige Kanäle sind sogar noch älter. Das bedeutet, dass historisch gesehen wenig bis keine Unterlagen aus der Errichtungszeit vorhanden sind. Das ist schon ein wenig gruselig, oder? Und um die Sache noch interessanter zu machen: Glandorf wurde in den 70ern, St. Donat und Hörzendorf in den 90ern, und Muraunberg erst in den 2000ern an das Abwassernetz angeschlossen. Hier hat sich also über die Jahre einiges getan – und das nicht immer ohne Herausforderungen.

Reinigung und Sanierung – Ein ständiger Prozess

Der Reinhalteverband für St. Veit, gegründet 1977, hat einiges zu tun. Er umfasst nicht nur St. Veit selbst, sondern auch St. Georgen am Längsee, Frauenstein, Liebenfels und Glanegg. Die Kanalgrößen variieren dabei von 150 mm bis zu beeindruckenden 1,2 m. Die Materialien der Rohre sind sowohl aus Beton als auch PVC oder Keramik – wobei die älteren Keramik- und Betonrohre oft bruchgefährdet sind und saniert werden müssen. Hier kommt das sogenannte Inline-Verfahren ins Spiel. Diese minimalinvasive Methode der Rohrsanierung hat sich als wahres Goldstück erwiesen. Ein mit Harz getränkter Schlauch wird in das bestehende Rohrsystem eingezogen und härtet dort aus. So entsteht eine neue Innenschicht, und das ganz ohne großflächige Bauarbeiten!

Bevor man mit diesem Verfahren loslegt, gibt es allerdings einige Schritte zu beachten: von der Hochdruckreinigung über die Rohrinspektion bis hin zur Vorbereitung des Schlauchs. Das klingt nach einem kleinen Abenteuer, das hinter den Kulissen der Stadt stattfindet! Und der Spülwagen? Der ist das mobile Reinigungsteam im Kanalsystem und kann, wahnsinnig effizient, bis zu einem Kilometer Kanal in nur 1-2 Tagen reinigen. Das ist schon fast wie ein Wettlauf gegen die Zeit, nur eben unter der Erde!

Die Kläranlage – Herzstück der Abwasserreinigung

Die Kläranlage selbst, die in den 80er-Jahren fertiggestellt wurde und von 2001 bis 2003 modernisiert wurde, reinigt jährlich stolze 3,3 Millionen Kubikmeter Wasser – das sind etwa 7500 m³ pro Tag! Sie ist für 65.000 Einwohnerwerte ausgelegt und hat zurzeit eine Auslastung von 70%. Das klingt nach einem gut geölten Betrieb. Mit zwei großen und zwei kleinen Becken sowie zwei Nachklärbecken wird hier ordentlich geschaufelt. Archimedische Schrauben befördern Wasser mit einer Geschwindigkeit von 300 Litern pro Sekunde. Das ist fast wie ein Wasserfall!

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Ein eigenes Labor in der Kläranlage führt tägliche Eigenüberwachungen durch und führt rund 3000 Messungen pro Jahr für die Abwasseranalytik durch. Das ist präzise Arbeit, die dazu beiträgt, dass alles im grünen Bereich bleibt. Dennoch gibt es Herausforderungen: Im WC heruntergespülte Gegenstände können unerwartete Wartungskosten verursachen. Man könnte sagen, die Kanäle haben ihre eigenen kleinen „Schatzkisten“ – aber nicht jeder Schatz ist wirklich wertvoll!

Phosphat muss ebenfalls entfernt werden, um das Algenwachstum in der Glan zu verhindern. Alle 2-3 Jahre wird ein Becken komplett gereinigt – auch das ist ein Teil der regelmäßigen Wartung, die die Kläranlage aufrechterhält. Und für den Fall der Fälle, wenn mal ein Blackout ansteht, gibt es ein Notstromaggregat, das Teilbetriebe für bis zu 1,5 Tage sichert. Der Reinhalteverband überwacht zudem 74 Pumpstationen im Gebiet, was für eine Menge Arbeit sorgt!

Abwasser und Kanalsysteme sind also mehr als nur technische Notwendigkeiten – sie sind das unsichtbare Rückgrat unserer Gemeinschaft. Wenn wir das nächste Mal auf den Knopf der WC-Spülung drücken, sollten wir vielleicht daran denken, dass wir Teil eines viel größeren Systems sind, das hinter den Kulissen für uns arbeitet. Ein Hoch auf die unsichtbaren Helden der Kanalisation!