In der schummrigen Erinnerung des Wiener Krankenhauses Lainz, wo einst die Hoffnung auf Heilung und Genesung regierte, brodelte ein düsteres Geheimnis. Die ORF-III-Produktion „Wahre Verbrechen“ beleuchtet die erschütternden Taten der sogenannten „Todesengel von Lainz“. Unter der Regie von Wolfgang Winkler wird eine dunkle Episode der österreichischen Kriminalgeschichte in den Fokus gerückt. Es sind die Geschichten von vier Pflegerinnen, deren Handlungen die Stadt Wien in einen Schockzustand versetzten. Die Ereignisse begannen am 7. April 1989, als ein verdächtiger Todesfall die Kriminalbeamten Robert Jandl und seinen Kollegen auf den Plan rief. Was sie entdeckten, ließ selbst die erfahrensten Ermittler sprachlos zurück.

Die Namen Waltraud Wagner, Irene Leidolf, Stefanija Meyer und Maria Gruber sind mittlerweile tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Diese vier Stationshilfen, die zwischen 1983 und 1989 eine schockierende Anzahl an Patienten ermordeten, wurden als „Todesengel“ bekannt. Ihr grausames Handwerk begann mit einer tödlichen Morphiumspritze, die Wagner als „Sterbehilfe“ betrachtete. Zunächst schienen die Ermittlungen umsonst, doch als der Verdacht aufkam, dass Flunitrazepam – besser bekannt als Rohypnol – verwendet wurde, wurde die Sache ernst. Ein Oberarzt hatte bereits 1988 Anzeige erstattet, doch das Ermittlungsverfahren verlief ergebnislos, bis ein weiterer Verdachtsfall, ein Patient mit Unterzuckerung, die Behörden erneut alarmierte.

Die Entblößung des Verbrechens

Am besagten 7. April 1989 wurden die vier Frauen verhaftet. Die Polizei hatte in den Tagen zuvor eine gefährliche Spur verfolgt, und die Enthüllungen, die ans Licht kamen, waren nichts weniger als erschreckend. Unzählige Patienten, die nicht nur unter unzureichender Aufsicht litten, wurden Opfer von Überdosierungen mit Insulin, Flunitrazepam oder durch gezielte Wasserzugaben – eine Methode, die als „Mundpflege“ getarnt war. So kam es, dass die Obduktionen der verstorbenen Patienten eine Häufung von Wasser in der Lunge zeigten, was jedoch nicht als eindeutiger Beweis gewertet werden konnte. Hier stellte sich die Frage: Wie konnte so etwas im Krankenhaus geschehen?

Die Verantwortlichkeit der Spitalaufsicht und der Wiener Krankenhauspolitik wurde vehement diskutiert. Ex-Kriminalbeamter Robert Jandl sprach über die nervenaufreibenden Einvernahmen mit der Haupttäterin Waltraud Wagner, die zunächst 49 Tötungen gestand, später jedoch auf zehn herunterging. Max Edelbacher, der frühere Leiter des Sicherheitsbüros, erinnerte sich an hitzige Auseinandersetzungen mit Bürgermeister Helmut Zilk, die die Öffentlichkeit schockierten und die Problematik der unzureichenden Kontrollen im Krankenhaus in den Vordergrund rückten.

Urteile und ihre Folgen

Im Gerichtssaal wurden die Taten schlussendlich untersucht, und das Urteil war ebenso brutal wie die Taten selbst: Wagner wurde für 32 Morde verurteilt und erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Leidolf, Meyer und Gruber folgten mit strengen Strafen, die jedoch nicht die Wogen der Empörung glätten konnten. Im Jahr 2008, nach über 19 Jahren Haft, wurden Wagner und Leidolf auf Bewährung entlassen. Das Medienecho war überwältigend, doch die beiden Frauen hatten beschlossen, ihre Namen zu ändern und den Kontakt zur Öffentlichkeit zu meiden.

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Die Ereignisse in Lainz wurden unter dem Titel „Mörderschwestern“ verfilmt, und sogar die Musikgruppe Erste Allgemeine Verunsicherung hat in einem ihrer Musikvideos auf den Vorfall angespielt. Wien, das in den 1980er Jahren bereits vor großen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung stand, musste sich nun auch mit der dunklen Seite seiner Pflegeinstitutionen auseinandersetzen. Die Diskussion über Missstände im Pflegewesen wurde angestoßen – eine Debatte, die bis heute nachhallt und die Fragen aufwirft, die uns alle betreffen.