Hietzing ist im Moment ein bisschen wie ein riesiges Puzzle, bei dem die Teile nicht so recht zusammenpassen wollen. Baustellen, Sperren und Umleitungen prägen das Bild des 13. Bezirks und bringen nicht nur den Verkehr, sondern auch die Nerven der Anwohner zum Kochen. Ob in der Maxingstraße, der Hietzinger Hauptstraße oder bald auch der Lainzer Straße – überall wird gewerkelt und geschraubt. Die Anwohner, die es gewohnt sind, die Straßen zu befahren, stehen nun vor einer neuen Realität, die ihnen die Fahrzeit zur Arbeit regelrecht verdoppeln kann. Maria, eine betroffene Anwohnerin, hat das am eigenen Leib erfahren. Die Sperrung der Maxingstraße wegen der Verlegung einer neuen Fernwärmeleitung kann bis Dezember dauern. Und während die Stadt auf Hochtouren arbeitet, wird auch die Wasserleitung erneuert und die Fahrbahn saniert.

Die 82-jährige Amalia ist ebenfalls betroffen und klagt über den Lärm und den Staub, die von den Baustellen ausgehen. Verständlich, dass das nicht gerade zur Lebensqualität beiträgt! Auf der Hietzinger Hauptstraße ist der Bahnübergang bis Anfang September für Autos gesperrt, was Astrid, die in einem Geschäft dort arbeitet, das Leben schwer macht. Weniger Kunden, Schwierigkeiten beim Parken – das alles fühlt sich an wie ein ständiger Kampf. Und dann kommen auch noch die Vorbereitungen für die Großbaustelle auf der Lainzer Straße, die ab August beginnen. Es wird nicht besser, bevor es nicht besser wird.

Der Blick nach vorne

Ein Lichtblick? Die Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) hat versprochen, dass die Hauptarbeiten auf der Lainzer Straße erst nach Abschluss der Baustelle in der Maxingstraße beginnen werden. Sie betont die Notwendigkeit einer guten Ausweichroute, um den Anrainern und den Geschäften etwas Luft zum Atmen zu geben. Dennoch äußern viele, wie auch eine Mitarbeiterin eines Geschäfts auf der Lainzer Straße, Bedenken über die Umleitung der Busse und den Zeitpunkt der Baustellen. Und das ist nur ein Teil des Ganzen! Ab 2026 steht auch die Klinik Hietzing vor umfassenden Modernisierungen, die dringend notwendig sind, um den Spitalsbetrieb während der Umbauarbeiten aufrechtzuerhalten.

Im Frühjahr 2025 beginnt die Wiener Netze im Auftrag von Wien Energie mit der Verlegung einer neuen Fernwärmeleitung unter der Fahrbahn der Hermesstraße. Die Sanierung dauert etwa sechs Wochen und wird in mehreren Etappen durchgeführt – es bleibt also spannend, wie sich das auf den Verkehr auswirken wird. Besonders während der Arbeiten, die ab Mitte August 2026 wieder aufgenommen werden, ist mit viel Trubel und wahrscheinlich auch mit viel Geduld der Hietzinger Bürger zu rechnen. Eine Ampelanlage soll den Verkehr im Baustellenbereich regeln. Aber ob das ausreicht? Fragen über Fragen.

Ein Blick auf die Zukunft

Das alles ist Teil eines größeren Plans. Wien investiert jährlich rund 100 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau des Fernwärmenetzes. Ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Projekt, das auch eine lange Tradition in der Stadt hat. Die Bauarbeiten sollen die Lebensqualität der Bürger langfristig verbessern – auch wenn es im Moment vielleicht nicht danach aussieht. Georg Heinreichsberger von der FPÖ kritisiert das Baustellenmanagement und fordert eine bessere Einbindung der Anwohner in die Planungen. Ein permanenter Infopunkt vor Ort wäre ein guter Anfang, um die Menschen auf dem Laufenden zu halten. Denn eines ist klar: Die Zeit der Baustellen ist noch lange nicht vorbei, und die Hietzinger haben noch einiges zu bewältigen.

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