In Wien-Floridsdorf war am Sonntagmittag ein wilder Fluchtversuch angesagt! Ein 15-jähriger Bursche saß auf einem Motorrad, während sein 17-jähriger Freund als Beifahrer ohne Helm mitfährt. Die beiden Jugendlichen entzogen sich einer Polizeikontrolle, was in einer chaotischen Verfolgungsjagd endete. Die Polizisten der Diensthundeeinheit hatten die beiden entdeckt und forderten den Motorradlenker zur Anhaltung auf. Doch der Junge ignorierte das einfach – ein bisschen wie im Actionfilm, nur dass die Realität oft anders aussieht.

Die Flucht endete abrupt. Der 15-Jährige wollte bei der Kreuzung Prager Straße und Einzingergasse einen Streifenwagen überholen. Dabei touchierte er das Polizeifahrzeug, was zu einem Sturz führte. Beide Jugendlichen wurden zum Glück nur leicht verletzt und mussten sich im Krankenhaus behandeln lassen. Das Motorrad stellte sich als gestohlen heraus, und Ermittlungen ergaben, dass es erst vor wenigen Tagen einem anderen Besitzer entwendet worden war.

Ein Blick auf die Hintergründe

Was treibt Jugendliche eigentlich zu solch riskanten Aktionen? Jugendkriminalität ist ein vielschichtiges Thema. Statistiken zeigen, dass vor allem männliche Jugendliche in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Es scheint fast wie eine Art rite de passage zu sein, denn die meisten stellen ihr kriminelles Verhalten mit dem Erwachsenwerden ein. Kriminalität wird oft nicht objektiv gemessen; die Zuschreibung „kriminell“ hängt von unserer Wahrnehmung ab. Tatsächlich geben bis zu 70% der Schüler an, in den letzten 12 Monaten straffällig geworden zu sein, wobei die meisten nur leichte Delikte begehen.

In einer bundesweiten Befragung gaben 43,7% der männlichen und 23,6% der weiblichen Schüler an, Straftaten begangen zu haben. Besonders auffällig ist: Schwere Formen der Jugendkriminalität sind eher selten. Es sind oft die kleinen Delikte, die in der Statistik auffallen. Bei den Ermittlungen zu den Vorfällen in Floridsdorf wurde auch ein aufgebrochener Tankdeckel am Motorrad festgestellt. Offensichtlich waren die beiden Jugendlichen nicht gerade die Musterschüler der Verkehrssicherheit.

Die rechtlichen Konsequenzen

Die Jugendlichen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien mehrfach angezeigt, bleiben jedoch auf freiem Fuß. Das Jugendstrafrecht in Österreich zielt nicht auf Bestrafung ab, sondern auf Erziehung und Prävention. Rund 78% der Verfahren enden mit einer Einstellung – das klingt nach einer zweiten Chance. Die meisten Jugendlichen, die straffällig werden, tun das nur episodisch und ändern ihr Verhalten mit dem Alter. Die Frage bleibt: Was könnte man tun, um solche Vorfälle zu verhindern? Integration und Prävention sind hier zentral.

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Die Vorfälle in Floridsdorf sind ein kleines, aber aufschlussreiches Puzzlestück in der großen Geschichte der Jugendkriminalität in Österreich. Man fragt sich, wie viele solcher Geschichten es noch gibt und wie viele Jugendliche in ähnlichen Situationen stecken. Die Realität ist oft vielschichtiger und komplexer, als wir es uns vorstellen können.