In der pulsierenden Stadt Wien, wo die Donau sanft plätschert und das Leben niemals stillsteht, gibt es ein drängendes Problem – die Polizei. In den Bezirken Favoriten, Ottakring und Hernals wird der Ruf nach mehr Polizistinnen und Polizisten immer lauter. Die Vorsteher dieser Bezirke, Stefanie Lamp und Peter Jagsch von der SPÖ, haben im Vorjahr eine Petition ins Leben gerufen, die sich 100 zusätzliche Polizist:innen wünscht. Ein durchaus wünschenswertes Unterfangen, denn die Situation vor Ort ist alles andere als rosig.

Die Personalsituation im Stadtpolizeikommando Ottakring wird als „schockierend“ bezeichnet. Mit einer nominellen Stärke von 269 Planstellen sind derzeit nur 197 Polizist:innen im Dienst. Das bedeutet, dass fast 100 Plätze leer bleiben – und das hat Folgen. Die Diensthabenden müssen nicht nur Überstunden schieben, sondern kämpfen auch mit untragbaren Arbeitsbedingungen. Im Schnitt leistet jede Polizistin, jeder Polizist in Ottakring jährlich 414 Überstunden! Das kann auf Dauer einfach nicht gutgehen.

Ein drängendes Anliegen

Die Initiative „Mehr Polizei für Wien“, die von Marcus Franz (SPÖ) ins Leben gerufen wurde, hat ebenfalls viel Unterstützung erfahren. Es ist nicht nur ein lokales Problem; die Forderung nach einer gerechten und transparenten Verteilung der Polizeikräfte in ganz Österreich wird laut. Gespräche mit Innenminister Karner haben bis jetzt keine Fortschritte gebracht – was die Gemüter weiter erhitzt.

Die Statistik spricht für sich: Im Jahr 2023 wurden in Wien mehr als 186.400 Delikte angezeigt, ein Anstieg von 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Anzeigen wegen Einbruchsdiebstählen in Wohnungen und Wohnhäusern, die um 25 Prozent zugenommen haben. Auch die Zahl der Diebstähle von Kraftfahrzeugen ist stark angestiegen. Die Polizei wird gefordert, ihre Präsenz im öffentlichen Raum zu erhöhen und gegen steigende Kriminalität aktiv zu werden.

Der Vergleich zu Salzburg

Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt, wie prekär die Situation in Wien ist. Im Vergleich zum Stadtpolizeikommando Salzburg, das eine ähnliche Einwohnerzahl hat, stehen dort mehr als doppelt so viele Polizist:innen im Dienst. Ein Umstand, der in Wien für große Verwirrung sorgt. Warum wird hier nicht auch so gehandelt? Die Forderung nach einer Personaloffensive wird immer lauter, und die Menschen in Ottakring sehen sich mehr denn je in der Mangelversorgung ihrer Sicherheitsbedürfnisse.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das unaufhörliche Wachsen der Kriminalität, gepaart mit einem akuten Personalmangel, stellt die Wiener Polizei vor große Herausforderungen. Die Aufklärungsquote mag zwar leicht gestiegen sein, doch das Gefühl der Sicherheit in der Bevölkerung schwindet. Die Bürger:innen fühlen sich zunehmend unsicher, während die Polizei um jeden verfügbaren Beamten kämpft, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Die Hoffnung, dass sich die Situation bald bessert, bleibt. Aber bis dahin bleibt den Bezirken nichts anderes übrig, als weiter Druck zu machen und auf die Dringlichkeit der Personalaufstockung hinzuweisen. Denn ohne ausreichend Polizist:innen wird es immer schwieriger, ein sicheres und lebenswertes Wien zu gewährleisten.