In Wien, genauer gesagt in der Van-der-Nüll-Gasse 22, wird derzeit ein ganz besonderes Sanierungsprojekt durchgeführt. Das Biedermeierhaus aus dem Jahr 1885, das in der Vergangenheit als Arbeiterquartier und Lager diente, erhält ein neues Gesicht. Die Unternehmensgruppe Sedlak hat die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, die Sanierung und Aufstockung dieses historischen Gebäudes durchzuführen. Es handelt sich um ein Vorhaben, das Pioniercharakter für Österreich hat, denn hier werden alte Materialien neu verbaut, um den strengen Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung gerecht zu werden.

Ein entscheidender Aspekt dieser Sanierung ist die Wiederverwendung von über 70% der nicht gefährlichen Abfälle, die bei den Bauarbeiten anfallen. So bleiben die Terrazzo-Böden erhalten, Mauerziegel werden neu verbaut, Gipskartonplatten aufgearbeitet und Glasscheiben teilweise wieder eingesetzt. Diese nachhaltigen Praktiken sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich klug, da sie die Kosten für die Entsorgung reduzieren. Die bestehende Bruttofläche von 1.155 Quadratmetern wird zudem um 400 Quadratmeter durch eine Aufstockung und einen Ausbau erweitert, was dem Gebäude zusätzlichen Raum verleiht.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die EU-Taxonomie-Verordnung, die im Juni 2020 beschlossen wurde, definiert, was unter „Nachhaltigkeit“ zu verstehen ist. Die Kriterien, die im Jahr 2023 veröffentlicht wurden, umfassen unter anderem Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimawandelanpassung. Auch die aktuelle Mitteilung der Europäischen Kommission, die am 29. November 2024 veröffentlicht wurde, beantwortet häufig gestellte Fragen zur Auslegung wichtiger Vorschriften, insbesondere in der Entsorgungswirtschaft. Hier wird klargestellt, dass das Sortieren von Abfällen als nachhaltige Tätigkeit gilt – ein wichtiger Punkt in der Diskussion um die Anerkennung nachhaltiger Praktiken.

Zusätzlich sieht die EU-Taxonomie vor, dass neue Technologien und digitale Lösungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft als ermöglichende Tätigkeiten eingestuft werden. Diese Entwicklungen sind Teil eines umfassenden Plans, der private Investitionen in nachhaltige Projekte lenken soll. Die Mitteilung zur Auslegung der delegierten Rechtsakte wird im 2. Quartal 2025 veröffentlicht, und der finale Bericht zur Überarbeitung des delegierten Rechtsakts zu den Klimazielen wird im ersten Halbjahr 2025 erwartet.

Ein Blick in die Zukunft

Die Sanierung des Biedermeierhauses ist nicht nur ein Beispiel für verantwortungsbewusstes Bauen, sondern auch ein Schritt hin zu einem nachhaltigeren Leben in der Stadt. Die Mehrkosten für die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft belaufen sich auf rund 7%, was zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Ideologie, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor ist. Das Projekt erhält Förderungen, unter anderem vom Wiener Stadterneuerungsprogramm „WieNeu+“. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2026, und die Fertigstellung ist für Mai 2027 geplant.

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In einer Zeit, in der der Klimaschutz immer wichtiger wird, ist es erfreulich zu sehen, wie alte Gebäude durch moderne, nachhaltige Praktiken revitalisiert werden. Die EU-Taxonomie bietet dabei den notwendigen Rahmen, um sicherzustellen, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten nicht nur profitabel, sondern auch umweltfreundlich sind. Dieses Projekt in Favoriten könnte somit als Vorbild für zukünftige Bauvorhaben in ganz Österreich dienen.