Am 2. Mai 2026 wird es in den Cineplexx Kinos in Wien ein ganz besonderes Erlebnis geben: Die Aufführung von „Eugen Onegin“, einer meisterhaften Oper von P.I. Tschaikowsky, wird live aus der Metropolitan Opera in New York übertragen. Die Inszenierung stammt von der renommierten Regisseurin Deborah Warner und wurde ursprünglich 2013 aufgeführt. In dieser packenden Geschichte, die im alten Russland spielt, dreht sich alles um Landleben, duellierende Herren und glanzvolle Bälle in St. Petersburg.
Die Hauptdarstellerin, Asmik Grigorian, wird in der Rolle der Tatjana zu sehen sein. Ihr Debüt an der Met steht 2024 in Puccinis „Madama Butterfly“ an, und sie kehrt nun als die verliebte junge Heldin zurück. Während ihre Darstellung in der aktuellen Inszenierung unterschiedlich bewertet wird, wird sie von einigen Kritikern als übertrieben und pathetisch beschrieben. Ihr Alter von 44 Jahren wird ebenfalls hinterfragt, da es sich um eine Rolle handelt, die üblicherweise von einer jüngeren Interpretin verkörpert wird. Die Stimme von Grigorian wird als nicht besonders schön wahrgenommen, was die Diskussion über die Eignung für die Rolle weiter anheizt.
Darsteller und Inszenierung
In der Rolle des Onegin erleben wir Iurii Samoilov, der sein Debüt in dieser Rolle gibt. Auch seine Leistung wird von Kritikern als mangelhaft in der Tiefe beschrieben. Alexander Tsymbalyuk als Gremin kann sich nicht mit den großen Interpreten messen, während Stanislas de Barbeyrac als Lenski überrascht. Besonders in der Duell-Szene zeigt er eine intensive Leistung, die im starken zweiten Akt ihren Höhepunkt findet.
Weitere Darsteller wie Maria Barakova als Olga und Elena Zaremba als Madame Larina wurden positiv hervorgehoben. Auch Larissa Diadkova als Filippyevna berührt das Publikum mit ihrer ergreifenden Darstellung. Tony Stevenson als Monsieur Triquet hingegen wird als weniger überzeugend empfunden. Am Pult steht der Dirigent Timur Zangiev, dessen positives Debüt die Nuancen von Tschaikowskys Werk gekonnt zur Geltung bringt.
Ein Blick auf die Produktion
Die Produktion wird von der Met als eine „schön detaillierte Lesart von Tschaikowskys lyrischer Romanze“ beschrieben. Während der Aufführungen am 28. April und 2. Mai werden Videoaufnahmen für die „Live in HD“-Kinotransmissionen gemacht, sodass auch die Wiener Opernfreunde in den Genuss dieser Aufführung kommen können. Unterstützt wird die Produktion von Botschafter und Mrs. Nicholas F. Taubman sowie weiteren großzügigen Spendern.
Tschaikowsky, der als einer der bedeutendsten Komponisten des russischen Repertoires gilt, hat mit „Eugen Onegin“ und „Pique Dame“ zwei Opern geschaffen, die weltweit regelmäßig aufgeführt werden. Seine Fähigkeit, klassische musikalische Ausdrucksweisen mit russischen Volksmelodien zu verbinden, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Maestro der Ballettmusik, bekannt für seine berühmte Ballett-Trilogie „Schwanensee“, „Der Nussknacker“ und „Dornröschen“, vermittelt mit seinem Stil lebhafte Emotionen, die auch in dieser Oper spürbar sind.
Das Publikum in New York und im Cineplexx Kino zeigt sich insgesamt zufrieden mit der Darbietung, und mit den bevorstehenden Aufführungen an der Wiener Staatsoper, in denen einige der gleichen Darsteller und der Dirigent zu sehen sein werden, bleibt die Vorfreude auf weitere ergreifende Opernmomente groß.