In der Donaustadt tut sich so einiges. Besonders am Schrödingerplatz, wo ein neues Grätzl entsteht, wird ordentlich umgegraben und umgestaltet. Der ehemalige Sitz der Bezirksvorstehung Donaustadt hat seine Zelte bereits Ende 2022 ins schicke Hochhaus „Vienna Twentytwo“ am Dr.-Adolf-Schärf-Platz verlegt. Man könnte sagen, der Platz ist nun ein echter Hotspot für Neues und Aufregendes.

Doch nicht alles läuft reibungslos. Der Gemeinderat hat für 2025 einen neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan beschlossen, der das Areal am Schrödingerplatz betreffen wird. Aber nicht jeder freut sich darüber. Proteste in Form von mehreren Petitionen sind gegen die Schließung der Bibliothek im ehemaligen Amtshaus Kagran und den Bau eines neuen Gemeindebaus aufgekommen. Über 500 Menschen haben sich bereits für die Erhaltung der Bibliothek stark gemacht. Da zeigt sich, dass die Bewohner ihre kulturellen Schätze schätzen.

Ein Grätzl mit vielen Facetten

Der geplante Gemeindebau wird 88 leistbare Wohnungen umfassen, verteilt auf drei Gebäude, und soll bis Sommer 2028 fertiggestellt werden. Das klingt gut und wichtig, doch die Anwohner haben auch ihre Sorgen. Staubbelastung, nächtliche Bauarbeiten, gestrichene Parkplätze und gefällte Bäume – das sind nur einige der Klagen, die in der Luft liegen. Eine Gruppe von 130 Personen hat sogar eine Petition zur Mietzinsreduktion unterstützt. Verständlich, wenn man bedenkt, was hier alles passiert.

Wiener Wohnen zeigt zwar Verständnis für die Unannehmlichkeiten, betont jedoch, dass es nur einen einzigen nächtlichen Schwertransport gegeben hat. In der Tat mussten 27 Bäume weichen, aber keine Sorge – 50 neue sollen dafür gepflanzt werden. Das klingt nach einem klitzekleinen Lichtblick, aber trotzdem bleibt ein schales Gefühl, wenn man die gefällten Bäume sieht. Immerhin wird auch ein neuer Kindergarten gebaut, der Platz für neun Gruppen bieten soll. Das ist doch auch was!

Ein Ort der Begegnung

Das neue Grätzl „Schrödingerplatz NEU“ wird mehr als 300 leistbare Wohnungen und Flächen für soziale, versorgende und kulturelle Einrichtungen umfassen. Eine neue Bibliothek ist ebenfalls in Planung. Der Baubeginn könnte 2027 erfolgen – also etwas Geduld ist gefragt. Die Volkshochschule hat ihren Standort bereits in die Attemsgasse 38 verlegt und bietet mit 144 Kursen im Sommer und 709 im Herbstsemester ein breites Angebot. Ein bisschen Schwung für die Nachbarschaft, der auf jeden Fall gut ankommt.

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Doch die Bedenken hinsichtlich des Erhalts des bestehenden Bezirkszentrums sind nicht von der Hand zu weisen. Das Bezirkszentrum, das unter anderem eine Städtische Bücherei, ein Jugendzentrum, einen Veranstaltungssaal und die Volkshochschule beherbergt, ist ein wichtiger sozialer und kultureller Begegnungsort. Viele sehen den Abriss als Verlust historisch bedeutender Architektur. Die Bausubstanz ist in gutem Zustand, und eine Generalsanierung wäre durchaus machbar. Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Kultur, sondern könnte auch zur Reduktion von CO2 und Abfall beitragen.

Der soziale Zusammenhalt im Fokus

Es ist spannend, wie die Stadt Wien versucht, das neue Quartier klimafit zu gestalten. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ wird auf Stadtviertel mit besonderen Herausforderungen gesetzt. Dabei wird nicht nur auf die Verbesserung der Wohnqualität geachtet, sondern auch auf soziale Infrastrukturen wie Schulen und Nachbarschaftstreffs. Die Idee ist, den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Ein schönes Ziel, das die Lebensqualität der Bewohner steigern soll.

Die enge Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ist dabei von großer Bedeutung. Hier wird nicht nur an die großen Pläne gedacht, sondern auch an die kleinen, feinen Details, die das Leben im Viertel lebenswerter machen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden, aber eines steht fest: Die Donaustadt hat das Potenzial, noch viel mehr zu bieten als nur Baustellen und Lärm.