Am 21. April 2026 erschütterte eine tragische Nachricht die Stadt Krems: Regina Katzenschlager, eine hochangesehene 61-jährige Medizinerin, verlor ihr Leben bei einem Verkehrsunfall in Neuseeland. Ein Zusammenstoß ihres Pkws mit einem Lastwagen nahm ihr das Leben und hinterließ eine Lücke, die kaum zu füllen ist. Regina war nicht nur eine brillante Neurologin, sondern auch eine leidenschaftliche Forscherin, die sich insbesondere für Bewegungsstörungen und Morbus Parkinson einsetzte. Ihr Wirken und ihre Expertise haben die neurologische Versorgung von Parkinson-Patienten in Österreich maßgeblich geprägt.
Die gebürtige Kremserin maturierte 1982 am Piaristengymnasium und studierte danach Medizin, um schließlich als Präsidentin der Österreichischen Parkinson-Gesellschaft einen bedeutenden Einfluss auf die Behandlung und das Verständnis dieser Krankheit zu gewinnen. Über 100 wissenschaftliche Arbeiten zeugen von ihrem unermüdlichen Einsatz für die Neurologie. Nach ihrer Promotion an der Klinik Donaustadt, wo sie auch ihre Facharztausbildung absolvierte, hatte Regina einen wissenschaftlichen Aufenthalt in London. Ab 2014 leitete sie die Neurologische Abteilung der Klinik Donaustadt und übernahm 2011 das Karl-Landsteiner-Institut für neuroimmunologische und neurodegenerative Erkrankungen. Ihr Vater, Gottfried, war Musiker und Pädagoge, und ihr Bruder Christoph ist Facharzt für HNO mit eigener Ordination in Krems.
Ein Leben für die Neurologie
Regina Katzenschlager war bekannt für ihren Humor und ihre Herzlichkeit. Sie hatte die Fähigkeit, selbst schwierige Themen mit einer Leichtigkeit zu behandeln, die ihre Patienten und Kollegen gleichermaßen inspirierte. Ihre Leidenschaft für die Neurologie war nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Die Menschen, die sie behandelte, schätzten ihre Empathie und ihr tiefes Verständnis für die Herausforderungen, mit denen Parkinson-Patienten konfrontiert sind.
Die Neurologie selbst ist ein spannendes, wenn auch herausforderndes Feld. Sie beschäftigt sich mit organischen Erkrankungen der Muskulatur, der peripheren Nerven und des zentralen Nervensystems (ZNS). Funktionsstörungen dieser Strukturen können sowohl körperliche als auch kognitive Beschwerden verursachen. Besonders im Alter nehmen neurologische Erkrankungen zu. Gangstörungen sind bei zwei Dritteln der über 80-Jährigen verbreitet und stellen eine häufige Ursache für Stürze dar. Das Thema Sicherheit im Straßenverkehr wird hier besonders brisant, denn viele neurologische Erkrankungen können die Fahreignung erheblich beeinträchtigen.
Ein bleibendes Erbe
Regina hinterlässt nicht nur eine beeindruckende berufliche Laufbahn, sondern auch eine Vielzahl an Menschen, die sie geschätzt und geliebt haben. Ihr Engagement für die Neurologie und ihr unermüdlicher Einsatz für die Erforschung von Parkinson werden unvergessen bleiben. In einer Welt, die oft kalt und unpersönlich wirkt, war sie ein Lichtblick – ein Mensch, der mit Leidenschaft und Herzblut für das Wohl anderer kämpfte. Ihre wissenschaftlichen Beiträge und die Fortschritte, die sie in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen bewirken konnte, werden noch lange nachhallen. Wenn wir an sie denken, denken wir nicht nur an eine brillante Medizinerin, sondern auch an eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die viel zu früh von uns gegangen ist.