Kilengi: Ein verborgenes Juwel der afrikanischen Kunst in Wien
Mitten in Döbling, dem charmanten 19. Bezirk Wiens, versteckt sich ein wahres Juwel – die Galerie „Kilengi“. Betrieben von Alexander Schwaighofer, wurde diese besondere Galerie im Jahr 2016 gegründet. Der Hintergedanke? Eine tief verwurzelte Leidenschaft für traditionelle afrikanische Kunst. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn Kilengi ist die einzige Galerie ihrer Art in ganz Österreich. Hier wird nicht nur Kunst ausgestellt, sie wird lebendig gemacht!
Die Galerie ist ein frei zugänglicher Kulturraum, wo die Besucher in die faszinierende Welt der afrikanischen Kunst eintauchen können. Kunstwerke sind nicht nur zum Bewundern da, sie können auch erworben werden. Aktuell gibt es eine spannende Themenausstellung über die „Kunst der Baule“, die bis zum 1. August verlängert wurde. Diese Ausstellung ist besonders, denn sie zeigt 30 Objekte, von denen 26 zum ersten Mal öffentlich zugänglich sind. Das Volk der Baule, mit etwa 2 Millionen Menschen in der Elfenbeinküste, ist bekannt für seine außergewöhnlichen rituellen Masken, Figuren und Alltagsgegenstände wie Kämme, Musikinstrumente, Stühle und Löffel.
Einblicke in die Baule-Kultur
Die Kunstwerke in Kilengi haben ein tiefes spirituelles Innenleben, das auf einem animistischen Glauben basiert. Diese Holzfiguren dienen als materielle Heimat für spirituelle Partner – eine Art Verbindung zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren. Die Abendöffnungen, die am 23. und 28. Juli von 18.30 bis 20.30 Uhr stattfinden, bieten eine wunderbare Gelegenheit, die Kunst in einem besonderen Licht zu erleben. Die regulären Öffnungszeiten sind Freitag von 14 bis 17 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr, aber individuelle Termine können auch unter 0680/115 19 82 vereinbart werden.
Die Liebe zur afrikanischen Kunst ist in Wien nicht nur auf Kilengi beschränkt. In der Inneren Stadt gibt es die Galerie SONNENFELS, die sich ebenfalls auf afrikanische Kunst spezialisiert hat. Hier finden sich Masken, Skulpturen und weitere faszinierende Objekte. Und auch Art-Afrique in Kottingbrunn hat einiges zu bieten – von Stammeskunst über Terrakotta bis hin zu online verfügbaren Statuen. In Graz wartet die PRIMITIVE GANGL mit ethnographica und tribal art auf, während die Galerie Martin Suppan in der Inneren Stadt einen anderen Blickwinkel auf Kunst und Malerei wirft.
Die Bedeutung afrikanischer Kunst
Die afrikanische Kunst ist viel mehr als nur hübsche Objekte. Sie ist eng verbunden mit Mythologien, Festen und Ritualen. Masken und Figuren haben soziale Funktionen und schützen vor bösen Kräften und Krankheiten. Bei Erntedankfesten oder Ahnengedenken kommen sie zum Einsatz – oft werden sie nicht nur von Menschen getragen, sondern sind auch Ausdruck des Glaubens an höhere Mächte. Besonders eindrucksvoll sind die Masken, die Geister repräsentieren und besänftigt werden müssen. Oft sind diese Kunstwerke anonym und folgen einem festgelegten Formenkanon, was dem Ganzen eine besondere Mystik verleiht.
Die Vielfalt der afrikanischen Kunst ist schier unendlich. Von den detailreichen Holzmasken der Dogon-Kultur bis hin zu den kunstvollen Schnitzereien der Bamileke – jede Ethnie hat ihre eigenen Traditionen und Stile, die Geschichten erzählen und kulturelle Identität bewahren. Es ist faszinierend zu sehen, wie kreativ die verschiedenen Völker Afrikas mit ihren Materialien umgehen und welche tiefen Bedeutungen hinter den Kunstwerken stecken. Manchmal hat man das Gefühl, die Kunstwerke sprechen eine eigene Sprache, die über Worte hinausgeht.
