Heute ist der 8.06.2026 und in Döbling, einem der charmantesten Bezirke Wiens, brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Die Nachfrage nach Kassenordinationen wächst rasant – und das, wo die verfügbaren Kassenstellen immer weniger werden. Man könnte fast sagen, die medizinische Versorgung hier gleicht einem spannenden Krimi, in dem die Hauptdarsteller, sprich die Ärzte, rar gesät sind. Die steigende Lebenserwartung trägt dazu bei, dass immer mehr Menschen medizinische Hilfe benötigen. Der Druck auf die vorhandenen Ressourcen wird also größer, und das ist nicht ganz ohne.

Naghme Kamaleyan-Schmied, die Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien, schlägt Alarm. „Die Versorgungslage verschärft sich“, warnt sie. In Döbling müssen rund 3.800 Bewohner sich eine allgemeinmedizinische Kassenordination teilen – das ist mehr als der Wiener Durchschnitt von 3.100 Personen pro Hausarzt. Und wenn man bedenkt, dass es insgesamt nur 51 Kassenärztinnen und -ärzte in diesem Bezirk gibt, wird die Lage mehr als angespannt. Vor allem in Fachgebieten wie Dermatologie, Orthopädie und Kinderheilkunde müssen bis zu 38.000 Menschen mit einer Kassenstelle auskommen. Da fragt man sich schon, wie das auf Dauer gut gehen soll.

Leerstehende Lokale als Lösung?

Bezirksvorsteher Daniel Resch von der ÖVP hat eine Idee: Warum nicht die leerstehenden Erdgeschosslokale in Gemeindebauten für neue Kassenordinationen nutzen? Das klingt nach einer praktischen Lösung, die gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Wiener Wohnen unterstützt bereits die Umwidmung dieser Lokale und steht in engem Kontakt mit der Ärztekammer. Es könnte also tatsächlich Bewegung in die Sache kommen!

Die Ärztekammer selbst hat auch ihre Hausaufgaben gemacht und fordert politische Unterstützung, um den Gründungsprozess für neue Ordinationen zu vereinfachen. Von Hilfe bei der Immobiliensuche bis hin zur Finanzierung – da gibt es viel zu tun. Das Ziel ist klar: Leerstehende Erdgeschosslokale könnten nicht nur zur Lösung des Leerstandsproblems beitragen, sondern auch die medizinische Versorgung im Bezirk entscheidend verbessern.

Die Situation in Döbling ist also ein spannendes Beispiel für die Herausforderungen, vor denen viele Städte stehen. Die Balance zwischen wachsenden Bedürfnissen und der Verfügbarkeit von Ressourcen ist ein Drahtseilakt. Und während die politischen Akteure und die Ärztekammer über Lösungen nachdenken, bleibt den Bewohnern nur, zu hoffen, dass bald neue Ärzte in die leerstehenden Lokale einziehen. Denn eines ist klar: Die medizinische Versorgung ist ein Thema, das uns alle betrifft – und das ganz direkt. Hoffen wir, dass in Döbling bald eine positive Wende kommt!

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