In Österreich könnte sich eine altbekannte Gefahr wieder in die Köpfe und vor allem in die Herzen der Menschen schleichen: Malaria. Ja, richtig gehört! Anopheles-Mücken, die potenziellen Überträger dieser Krankheit, breiten sich zunehmend aus. Ein beunruhigender Fund hat die Alarmglocken läuten lassen: Wissenschaftler warnen vor den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Tierwelt und die Rückkehr von Krankheiten, die wir geglaubt hatten, hinter uns gelassen zu haben.

Insektenforscher Christian Komposch hebt hervor, dass Malaria „vor den Toren von Österreich“ wieder präsent ist. Dies klingt fast wie ein Tiefpunkt im modernen Gesundheitswesen. Und die Sache wird nicht besser: Bernhard Seidel hat eine neue Mückenart entdeckt, die Anopheles hyrcanus, in der heimischen Natur. Dabei wurden sogar Malaria-Erreger nachgewiesen! Seit den 1950er-Jahren galt Malaria hierzulande als eingedämmt, nachdem wir die Ausbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich bekämpfen konnten. Doch mit dem Klimawandel, der uns milde Winter beschert, haben eingeschleppte Tierarten, die Neozoen, ein wahres Schlaraffenland gefunden.

Ein Blick über die Grenzen

In Deutschland gibt es ebenfalls Anopheles-Mücken, allerdings ohne nachgewiesene Malaria-Erreger. Prof. Dr. Tomas Jelinek betont, dass eine stabile Übertragung in Deutschland nicht zu erwarten sei – ein kleiner Trost. Seit 1964 gilt Deutschland als malariafrei, auch wenn die Mücken weiterhin umherfliegen. Die meisten Malariafälle in Deutschland sind mit Reisen in endemische Länder verbunden, besonders in Afrika. Ein Phänomen, das man als „Airport-Malaria“ bezeichnet, beschreibt seltene Infektionsfälle durch Mücken, die sich in Flugzeugen oder am Flughafen eingenistet haben.

Die Forschung zeigt, dass die Ausbreitung von Malaria-übertragenden Mückenarten in Europa durch den Klimawandel gefördert wird. Allerdings sind die Bedingungen für eine Übertragung in Deutschland ungünstig. Dennoch bleibt das West-Nil-Virus ein weiteres Gesundheitsrisiko, das in Österreich nicht zu unterschätzen ist.

Klimawandel und Malaria

Ein Blick auf die globale Situation verrät, dass Malaria eine fieberhafte Krankheit ist, die durch Plasmodium-Parasiten verursacht wird – und das geschieht normalerweise durch den Biss einer weiblichen Anopheles-Mücke. Laut Daten aus dem Jahr 2020 war fast die Hälfte der Weltbevölkerung von Malaria bedroht. Jährlich sterben über 400.000 Menschen an dieser Krankheit, wobei der größte Teil der Todesfälle in Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen ist. Auch hierzulande, 50 Jahre nach der Ausrottung, bleibt Malaria ein Gesundheitsproblem, vor allem durch internationale Reisen. Die Klimaveränderungen könnten das Risiko von lokal übertragene Malariainfektionen in Europa erhöhen.

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Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben die Wirksamkeit von Moskitonetzen unter verschiedenen Umweltbedingungen untersucht. Ihre Studie kombiniert hochauflösende Klima- und Hydrologiemodelle mit Malariadaten aus Kenia und zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. Die Analyse quantifiziert die Reduktion von Malariaübertragungen unter verschiedenen Umweltbedingungen und belegt, dass eine gezielte Nutzung von Moskitonetzen die Zahl infektiöser Mückenstiche um 40 % reduzieren kann. In einigen Regionen kann die Übertragung sogar mehr als halbiert werden. Diese Erkenntnisse könnten entscheidend sein für die Planung von Gesundheitsprogrammen, die auf lokale Bedingungen abgestimmt sind.

Malaria-Infektionen werden durch fünf Plasmodium-Arten verursacht, wobei P. falciparum und P. vivax die häufigsten sind. Und die Temperaturen? Plasmodium-Parasiten überleben in Moskitos bei Temperaturen zwischen 15,4 und 35 °C – ideal für die Sommermonate in Österreich. Die Herausforderung liegt darin, dass lokale Umweltfaktoren wie Temperatur, Niederschlag und Brutgewässer die Mückenvermehrung beeinflussen können. Eine wirksame Bekämpfung dieser Mücken ist daher mehr als nur ein kleiner Aufwand.

Wie wir sehen, ist das Thema Malaria alles andere als ein Relikt der Vergangenheit. Es erfordert ein waches Auge, um die Entwicklung zu verfolgen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Die Natur schläft nicht, und wir sollten es auch nicht tun.